Werner Vollack erinnert sich an das – größte Fußballspiel –

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Werner Vollack erinnert sich an das „größte Fußballspiel
Werner Vollack erinnert sich an das „größte Fußballspiel

Werner Vollack erinnert sich an das „größte Fußballspiel aller Zeiten“

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Torhüter ist heute Mitarbeiter des Fachbereichs Sport und Bäder

„Zeit, wo gehst du hin?“ Diese Frage stellt sich Werner Vollack momentan besonders oft. Denn am Samstag, 19. März, jährt sich erneut das 7:3 im Fußballspiel des FC Bayer Uerdingen gegen Dynamo Dresden. Jenes denkwürdige Europapokal-Spiel, das eine Fachzeitschrift einst zum „größten Fußballspiel aller Zeiten“ gekürt hat. Der Westdeutsche Rundfunk hat schon am Montag in seiner Fernsehsendung „Sport inside“ berichtet. Viele deutsche Tageszeitungen werden dies am kommenden Wochenende tun. „Alle wollen noch einmal an diesen Abend erinnern, das ist doch toll“, sagt Vollack, der damals einer der Helden war. Heute ist er Mitarbeiter des städtischen Fachbereichs Sport und Bäder. Er arbeitet auf der Hubert-Houben-Kampfbahn, wo er vor einigen Jahren auch noch eine Senioren-Mannschaft des heimischen KTSV Preussen coachte. Dort kümmert er sich jetzt darum, dass die altehrwürdige Tribüne samt Unterbau in Schuss bleibt, der Rasen bespielt werden kann und auch sonst alles seinen Weg geht.

In seinem Büro unter der Tribüne hängen alte Mannschaftsposter von damals, auf seinem Smartphone flimmern Bilder eines Ehemaligen-Treffens auf Schalke, zu dem die Blau-Weißen kürzlich eingeladen hatten. Auch hier war Vollack für zwei Jahre einer der Leistungsträger. Heute macht das Knie Probleme, der rechte Fuß zwickt. „Aber was soll ich meckern, ich hatte eine schöne Zeit. Mir geht es gut“, blickt er zurück. Was war das damals für ein Match. 0:2 ging das Hinspiel in Dresden verloren, nach 45 Minuten stand es aus Uerdinger Sicht im Rückspiel in der Grotenburg 1:3 – ein Weiterkommen schien unmöglich. Drei Schüsse kamen in der ersten Halbzeit auf Vollacks Tor, dreimal war er machtlos. Dem entsprechend ist die Stimmung in der Pause: Viele Fans verließen das Stadion resigniert, die Mannschaft nahm sich vor, sich zumindest nicht zu blamieren. Immerhin wurde die Partie statt eines Spiels des FC Bayern München im ZDF übertragen.

Nach dem Wiederanpfiff dauerte es fast eine Viertelstunde, bis etwas passierte: Wolfgang Funkel traf in der 58. Minute per Elfmeter zum 2:3. Und ab da rauschte Angriff auf Angriff Richtung Dresdner Tor. Hier stand mittlerweile der unerfahrene Torwart Jens Ramme, der den verletzten Bernd Jakubowski vertrat, und sich – anders als die Uerdinger – wahrscheinlich nicht mehr an diesen Abend erinnern möchte. Denn fast im Minutentakt fielen jetzt die Tore: Lárus Guðmundsson (63.), Wolfgang Schäfer (65.) und Dietmar Klinger (78.) trafen, Wolfgang Funkel brachte mit einem verwandelten Handelfmeter in der 79. Minute sein Team erstmals in der Addition beider Spiele in Führung. Hatte sich Dynamo diesem Rausch noch in Schockstarre ergeben, vergaben sie direkt nach dem 6:3 drei klare Torchancen. „Katze“ Vollack vereitelte sie, hielt sein Team im Spiel. „Was für ein Wahnsinn“, sagt er heute noch. Wolfgang Schäfer sorgte in der 86. Minute schließlich für das 7:3. Ein Spiel, an das sich auch 30 Jahre danach noch jeder erinnert. „Egal, wen macht trifft, jeder hat seine persönliche Anekdote dazu“, sagt Vollack.

Er – und die meisten der Spieler, die beim „Wunder der Grotenburg“ dabei waren, werden nun geehrt. Zwar nicht für das 7:3, dafür aber für den Pokalsieg ein Jahr zuvor, der das Spiel gegen Dresden überhaupt möglich machte. Der KFC Uerdingen hat die Pokalsieger-Mannschaft für das Spiel gegen den VfR Fischeln am Gründonnerstag eingeladen. Nach einem Beschluss der Jahreshauptversammlung wird das Team zu Ehrenmitgliedern des Vereins ernannt. Bisher haben zehn damalige Spieler ihre Teilnahme zugesagt. „Das wird ein schönes Treffen. Ich freue mich jetzt schon darauf“, sagt Vollack. Denn dann wird wieder in Erinnerungen geschwelgt.

Bildunterschrift: Werner Vollack auf der Hubert Houben-Kampfbahn.

Quelle: Stadt Krefeld 
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken