Vier Fragen an Stephan Haupt (FDP), Neuling im Landtag von NRW

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Vier Fragen an .... heute: Stephan Haupt (FDP), Neuling im Landtag von Nordrhein-Westfalen
Vier Fragen an .... heute: Stephan Haupt (FDP), Neuling im Landtag von Nordrhein-Westfalen

Vier Fragen an Stephan Haupt (FDP), Neuling im Landtag von Nordrhein-Westfalen

Stephan Haupt kenne ich seit vielen Jahren, der Freidemokrat war maßgeblich in der Kommunalpolitik der Gemeinde Bedburg-Hau tätig. Obwohl ich selbst weder FDP-Mitglied und Wähler der Liberaldemokraten war und bin, schätze ich den technischen Betriebswirt Stephan Haupt als fairen, sachlichen, gebildeten und engagierten Mitmenschen und Politiker. Bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen im Mai diesen Jahres schaffte er es, in den Landtag einzuziehen.

Auch Stephan Haupt war selbstverständlich gern bereit, sich meinen Fragen zu stellen.

1. Herr Haupt, als Neuling im Landtag bringt man neue Ideen mit. Was möchten Sie möglichst kurzfristig für die Bürgerinnen und Bürger erreichen?

In der Tat ist die erste Zeit als neuer Landtagsabgeordneter geprägt von vielen neuen Eindrücken, Menschen und Ideen. Mir ist es wichtig, die Eindrücke aus dem Wahlkampf mitzunehmen. Hier konnte man sehr gut erfahren, wo der Schuh drückt. Daher besuche ich seit meiner Wahl auch weiterhin örtliche Einrichtungen, wie zum Beispiel in der Bildung, um hier im Kontakt mit den
Menschen die Politik in Düsseldorf mit beeinflussen zu können.
Ich setze mich kurzfristig dafür ein, dass es zu Verbesserungen im Betrieb der Bahnstrecke von Kleve nach Düsseldorf kommt. Da ich diese Strecke weiterhin selber nutze, bekomme ich hier auchdie sofortige Rückmeldung der Bürgerinnen und Bürger. Kurzfristig ist auch die Entscheidung zu einem grundsätzlichem Abitur nach 9 Jahren oder aber der Erhalt der Förderschulen ein wichtiges Signal auch für unsere Region.
Die Aufhebung der Benachteiligung des Flughafens Weeze ist ein weiteres kurzfristiges Ziel, mit dem wir unsere Region stärken.

2. Auch im Land Nordrhein-Westfalen haben wir eine stetig steigende Anzahl von
Menschen, die von ihrem Lohn kaum leben können. Wo sehen Sie da Möglichkeiten einer dringend erforderlichen Besserung?

Nordrhein-Westfalen ist das Bundesland mit der schwächsten wirtschaftlichen Entwicklung und Nullwachstum. Das muss und wird sich mit einer neuen schwarz-gelben Regierung verändern.
Es ist der falsche Ansatz, nur wie andere Parteien bedingungslose Grundeinkommen oder auch verlängerte Hartz-4 Bezüge zu fordern.
Was praktisch hilft, ist den Menschen in Nordrhein-Westfalen zu Arbeit und damit eine wirtschaftlicher Unabhängigkeit und eine Perspektive zu bieten. Bei Arbeitslosigkeit helfen wenige Monate mehr Arbeitslosengeld nicht dabei einen neuen Job zu finden. Auch ältere Menschen benötigen eine Perspektive auf einen neuen Arbeitsplatz.
Wir wollen über eine Bundesratsinitiative Freibeträge und Anrechnungssätze für eigenes Einkommen im SGB II so neu gestalten, dass sie motiviert, die Bedürftigkeit Schritt für Schritt zu verlassen und finanziell wieder auf eigenen Beinen zu stehen. So ermutigen wir die Menschen und können sie eigenständig wieder am Arbeitsmarkt teilhaben lassen.

3. Können Sie mir Gründe nennen, warum gerade Arbeitnehmer und Rentner die FDP wählen sollten?

Die Wähler der Freien Demokraten haben weder eine Berufs- noch eine Altersgrenze. Arbeitnehmer wählen die Freien Demokraten, weil sie wissen, dass wir uns für das Vorankommen durch die persönliche, eigene Leistung einsetzen.
Wir setzen uns für den Wirtschaftsmotor Mittelstand ein, in dem viele Beschäftigung und Ausbildungsplätze finden oder seit langem beschäftigt sind. Je höher die Wirtschaftskraft von NRW ist, desto besser ist die Beschäftigungslage, was letztlich allen dient. Denn erst muss das, was verteilt werden soll, auch erwirtschaftet werden.
Ältere Menschen sehen übrigens genauso den Bedarf, eine beste Bildungspolitik, eine gute Infrastruktur und die Digitalisierung zu fördern – die Bedeutung dieser Themen hört nicht mit dem 30. Geburtstag nicht auf.

4. Was kann durch Ihren Einsatz in der FDP-Fraktion im Landtag für den Kreis Kleve und für die Kommunen im Kreis Kleve verbessert werden?

Da ich selbst lange im Gemeinderat war und bis heute in der Kommunalpolitik tätig bin, behalte ich immer im Kopf, was die Begebenheiten des Kreises Kleve ausmachen. So wird unter der neuen Landesregierung aus FDP und CDU der Kommunalsoli abgeschafft, der auch im Kreis Kleve für erhebliche Schwierigkeiten und Unmut in den Kommunen gesorgt hat. Das onnexitätsprinzip
(„Wer bestellt, bezahlt“) als besonderer finanzieller Schutz der Kommunen muss wieder zur Selbstverständlichkeit werden, sowohl im Land als auch im Bund.
Mir ist es als ortsverbundener Mensch sehr wichtig, gerade den Bezug zu meinem Wahlkreis immer im Blick zu behalten. Denn bei allem was in Düsseldorf beschlossen wird, meine Heimat ist Bedburg-Hau und der Kreis Kleve, für dessen Menschen ich mich als Abgeordneter einsetze.

Ganz herzlich bedanke ich mich bei Stephan Haupt für seine Ausführungen und Antworten, auch im Namen der Leserinnen und Leser. Ich wünsche ihm viel Kraft für seine neuen Aufgaben und beste Gesundheit.

Redakteur: Willi Heuvens
Foto: Stephan Haupt