Vier Fragen an Peter Driessen, Bürgermeister der Gemeinde Bedburg-Hau

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Vier Fragen an Peter Driessen, Bürgermeister der Gemeinde Bedburg-Hau
Vier Fragen an Peter Driessen, Bürgermeister der Gemeinde Bedburg-Hau

Vier Fragen an Peter Driessen, Bürgermeister der Gemeinde Bedburg-Hau

Peter Driessen ist seit 2004 Bürgermeister der landschaftlich wunderschön gelegenen Flächengemeinde Bedburg-Hau, die sich durch Wälder, weite Felder, Wiesen und bekannte Kulturstätten wie das Schloss Moyland, auszeichnet. Als parteiloser Bürgermeister wird Peter Driessen erst in ca. zwei Jahren entscheiden, wie sein weiterer Lebens- und Berufsweg aussehen wird.

Mein Interview, mein Gespräch mit ihm werte ich auch als weitere Folge in meiner Serie „Gespräche im Park“, die ich im großen Wild- und Burgpark des Rittersitzes Haus Horst oder im Sinnesgarten der Mühle Keeken bei Kleve durchführe.

Es war ein sehr kurzweiliges und informatives Gespräch über viele Teilbereiche unserer Gesellschaft, über Ökonomie und Ökologie, es ging um Umweltfragen, Probleme des Zusammenlebens der Menschen bis hin zu Themen rund um das würdevolle Leben von Menschen im Alter. Integriert in diese Diskussion waren auch Herr Heinz-Josef Keller, Seniorchef von Haus Horst und der anderen Pflegeeinrichtungen, Nicole Klösters-Kolk, Einrichtungsleiterin der linksrheinischen Pflegeheime der Familie Keller sowie Elke Hermans, Betreuungsfachkraft.

Gerne hat Peter Driessen darüber hinaus meine „Vier Fragen“ beantwortet:

1. Lieber Peter, die Gemeinde Bedburg-Hau ist landschaftlich, touristisch und kulturell ein Highlight – siehst die dies ähnlich?

Das sehe ich nicht nur ähnlich, das sehe ich genau so. Unser touristisches und kulturelles Angebot ist in unserer liebens- und lebenswerten Gemeinde sehr breit gefächert. Ob Kunst in Moyland oder im Kunstlabor Artoll,  die offenen Gärten oder die Kulturgeschichte, die sich in den sakralen Bauten widerspiegelt und sich auf vielfältiger Weise in den Baudenkmälern zeigt.
Die Einbettung in die niederrheinische Landschaft lädt geradezu zum Wandern, zum Fahrradfahren aber auch zum Verweilen und Erholen ein.

2. Wo siehst du generell brachliegende Kapazitäten im Land, um einen gerechten Wohlstand für alle Menschen zu erreichen?

Ich sehe keine brachliegenden Kapazitäten im Land, welche einen gerechten Wohlstand für alle Menschen sicherstellt und ich glaube, dass diese Frage nicht in drei Sätzen beantwortet werden kann. Natürlich ist die finanzielle Ausstattung aller Menschen sehr wichtig. Der Gerechtigkeitsgedanke ist für mich aber viel facettenreicher. Unterschiede gab es schon immer,. Was sich für mich aber grundlegend geändert hat ist die Tatsache, dass Menschen, die über ein großes Vermögen verfügen, sich vermeintlich „alles“ kaufen können. Ich glaube, man muss nicht nach Kapazitäten suchen. Man muss grundlegend an der Werteordnung oder an Standards in unserer Gesellschaft arbeiten. Wie werden die vielen jungen Menschen, die nach einer fundierten Ausbildung immer wieder in Zeitarbeitsverträgen und an verschiedenen Plätzen in unserer Republik beschäftigt werden, in Zukunft mit Rentnern oder Pensionären oder, was ich noch viel schlimmer finde, mit Menschen die an einem Handycap leiden umgehen? Diese müssen ja irgendwann von den jungen Menschen finanziert werden.
Auch als überaus optimistischer Mensch mache ich mir diesbezüglich Sorgen.

3. Viele Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten, die um ihr Leben bangen mußten, kommen auch in dieses Land. Ich denke es ist eine Selbstverständlichkeit, dass ihnen hier Hilfe und Integration geboten wird, wie siehst du dies?

Ohne große Umschweife, ein Mensch, der wegen seiner religiösen, seiner politischen oder weltanschaulichen Ansichten verfolgt, drangsaliert oder mit dem Tode bedroht wird, hat in der Bundesrepublik Deutschland einen Anspruch auf Asyl. Es ist für mich dann auch logische Konsequenz, dass dieser Mensch unsere Hilfe bekommt und er auch integriert werden muss.
In unserer Gemeinde wird diese Integrationsarbeit durch eine sehr engagierte bürgerschaftliche Gruppe, durch sog. Paten, durch den Integrationsbeauftragten bzw. demnächst durch die Integrationsbeauftragte sowie durch die Kollegen im Hause gesteuert und unterstützt. Darüber hinaus gibt es noch drei Einrichtungen von freien Trägern, welche sich speziell um minderjährige Flüchtling kümmern.
Persönlich würde ich mir wünschen, dass ein vereintes Europa sich wieder an einen Tisch setzten würde und sich bereits jetzt auf die Flüchtlingsströme, welche meines Erachtens auf uns zukommen werden, einstellt und eine gemeinsame Regelung findet.

4. Sozialpolitik allgemein – welche Möglichkeiten gibt es Deiner Meinung nach, die stetig wachsende Armut im Land effektiv zu bekämpfen?

Wenn ich diese Frage beantworten könnte, gäbe es das Phänomen der wachsenden Armut nicht mehr.

Ich bedanke mich für Gespräch und Interview. Bürgermeister Peter Driessen versprach, gerne an weiteren Dialog- und Diskussionsrunden auf Haus Horst teilzunehmen.

Redakteur: Willi Heuvens
Foto: Willi Heuvens

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