Vier Fragen an Frau Birgitta Radermacher, Regierungspräsidentin in Düsseldorf

Vier Fragen an Frau Birgitta Radermacher, Regierungspräsidentin in Düsseldorf
Vier Fragen an Frau Birgitta Radermacher, Regierungspräsidentin in Düsseldorf

Vier Fragen an Frau Birgitta Radermacher, Regierungspräsidentin in Düsseldorf

Das neue Kabinett unter Ministerpräsident Armin Laschet beschloss vor einigen Monaten, das verantwortungsvolle Amt der Regierungspräsidentin im Regierungsbezirk Düsseldorf mit Frau Birgitta Radermacher zu besetzen.

Die sympathische Juristin war zuvor erfolgreich tätig in der Kommunalpolitik und als Beigeordnete sowie zuletzt als Chefin der Bergischen Polizeibehörde. Frau Radermacher gilt im Umgang mit Menschen als sehr freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit.

Gerne war die neue Regierungspräsidentin bereit, an meiner Interview-Serie „Vier Fragen an ….“ teilzunehmen. Hierfür bedanke ich mich im Namen vieler Leserinnen und Leser.

1. Liebe Frau Radermacher, wo liegen Ihre wichtigsten Aufgaben im Bereich von Bildung und Schule?

Wichtig sind mir die Berücksichtigung der Kinderrechte und die Inklusion in dem nun von der Politik ermöglichten und erwünschten Rahmen. Dabei dürfen wir keinen Druck auf die Schulen ausüben. Ein wenig Ruhe im Bereich Bildung – jedenfalls was die Strukturen angeht – ist nötig, damit der Bildungsauftrag auch wahrgenommen werden kann und sich die Lehrkräfte auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren können: unsere Kinder und Jugendlichen wissensstark ins Leben zu entlassen.

2. Thematik Umwelt – wo liegen für die Bezirksregierung Düsseldorf hier die markanten und wichtigsten Punkte, die es zügig abzuarbeiten gilt?

Das derzeit dringendste und sensibelste Thema ist die Luftreinhaltung, denn die Menschen sollen und wollen gesund leben. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist saubere Luft. Menschen wollen aber auch gut zur Arbeit und wieder nach Hause kommen. Voraussetzung dafür ist eine funktionierende öffentliche und private Verkehrsinfrastruktur. Menschen wollen einkaufen, bummeln und essen gehen. Auch dafür ist die Voraussetzung eine stabile Infrastruktur.
Es geht also um Lebensqualität jetzt und in Zukunft im Regierungsbezirk Düsseldorf. Viele Interessen sind sorgfältig abzuwägen und in einen Gleichklang zu bringen. Schon wenn nur an einer kleinen „Stellschraube“ gedreht wird, kann das immense Auswirkungen an einer anderen Stelle haben. Das ist eine Mammutaufgabe – nicht nur für die Bezirksregierung, sondern für alle Beteiligten.

3. Zum Bereich Gesundheit und Soziales gehört auch die Altenpflege. Wir werden zukünftig immer mehr Pflegefälle im Land haben. Sind Verwaltung, Bezirksregierung und Politik hierauf gut vorbereitet?

Das Thema Pflege wird in den kommenden Jahren noch an Bedeutung zunehmen; der demografische Wandel ist in aller Munde. Wir nehmen unsere Zuständigkeit für Ausbildung und Anerkennung von Abschlüssen sehr ernst und freuen uns deshalb sehr über die steigenden Zahlen an Schülern und damit auch an Fachseminaren (Schulen) und Kursen.
Auch das Pflegeberufereformgesetzes will umgesetzt und mit Leben gefüllt werden. Die Zusammenlegung der Ausbildungen im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie der Altenpflege ist in diesem Sommer beschlossen worden. Die Politik und die Landesregierung sind nun gefordert, die landesrechtlichen Bestimmungen anzupassen. Die Bezirksregierung Düsseldorf wird ihre Expertise aus der täglichen Praxis einbringen und – wenn gewünscht – beratend tätig werden.

4. Thema (Luft-)Verkehr – Nordrhein-Westfalen ist ein bedeutender Industrie- und Wirtschaftsstandort. Sind unsere Flughäfen – Beispiel Düsseldorf – optimal auf internationale Anforderungen vorbereitet?

Wir pflegen eine intensive und gute Zusammenarbeit mit den Flughäfen Köln und Düsseldorf und unterstützen deren Arbeit.

Der Flughafen Düsseldorf ist der größte Flughafen in Nordrhein-Westfalen und nach Passagieraufkommen der drittgrößte Verkehrsflughafen Deutschlands. Das unterstreicht seine Bedeutung für die Region.

Die Zuständigkeit für die Genehmigung / Planfeststellung und damit auch für die Kapazitätserweiterung des Flughafens Düsseldorf liegt im Verkehrsministerium. Die Bezirksregierung ist hier „nur“ Anhörungsbehörde; wir führen Behörden-/Verbändebeteiligung durch und erörtern Einwendungen, aber auch Ideen, Kritik und Anregungen von Initiativen und natürlich den Bürgerinnen und Bürgern. Mehr als 40.000 Einwendungen zur Kapazitätserweiterung sind bei uns eingegangen – eine sechstägige Anhörung durch die Bezirksregierung Düsseldorf im Frühjahr 2016 war die Folge. Dem Verkehrsministerium obliegt nun die Auswertung und Bewertung der Einwendungen und zahlreichen Gutachten, die in diesem Planfeststellungsverfahren eingereicht wurden.

Ich bedanke mich bei Frau Radermacher und wünsche ihr für die Zukunft alles erdenklich Gute, viel Erfolg und optimale Gesundheit.

Redakteur: Willi Heuvens
Foto: Roberto Pfeil / Birgitta Radermacher