Vier Fragen an Elli van Gemmeren, neue Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Kalkar

Vier Fragen an Elli van Gemmeren, neue Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Kalkar
Vier Fragen an Elli van Gemmeren, neue Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Kalkar

Vier Fragen an Elli van Gemmeren, neue Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Kalkar

An der Spitze der CDU in der Nicolaistadt Kalkar fand vor einigen Wochen ein Wechsel statt. Ellli van Gemmeren übernahm für zwei Jahre die Spitze und somit eine große Verantwortung für die CDU Kalkar. Ich denke, es gibt viel zu tun in der wunderschönen Stadt Kalkar, mit Elli van Gemmeren wird man diese Aufgaben intensiv und effektiv anpacken.

Gerne war Frau van Gemmeren bereit, sich meinen vier Fragen zu stellen.

1. Wo und in welchen Bereichen sehen Sie die größten Möglichkeiten, die Finanzen der Stadt Kalkar wieder in einen guten Zustand zu bringen?

Aufgrund der allgemeinen sehr guten wirtschaftlichen Lage haben sich nicht nur die Einnahmen aus Steuern für Kalkar sehr positiv entwickelt, auch Förderprogramme seitens des Landes/Bundes, erhöhte Schlüsselzuweisungen und die Senkung der Kreisumlage sowie des Landschaftsverbandes tun ihr übriges, um den Haushalt der Stadt Kalkar zu entlasten. Weitere Einnahmen konnten aufgrund der Erhöhung der Grundsteuer B und der Gewerbesteuer generiert werden.

Unter diesen positiven Voraussetzungen sollte es meiner Meinung nach auch möglich sein, den Haushalt wieder zu konsolidieren. Wichtig hierbei wäre es, Investitionen und die Mitnahme von Fördermitteln auf ihre Sinnhaftigkeit für Kalkar hin genau zu prüfen. Planungen sollten sich strikt an den gegeben Realitäten orientieren und sie optimieren und nicht „ideologischen“ Wünschen folgen. Eine symbolische Sparpolitik, die z. B. dazu führt, dass seitens der Stadt keine Weihnachtsbäume mehr aufgestellt werden (und dies dann private Bürgerinitiativen und Sponsoren übernehmen), entlastet das Stadtsäckel wenig bis gar nicht und hinterlässt bei den Bürgern lediglich den Eindruck, dass die Verwaltung kein Interesse an dem äußeren Erscheinungsbild unserer Stadt hat. Da dürfte das Sparpotential bei großen Investitionen wie z. B. dem Umzug der Grundschule in das Schulzentrum wesentlich höher sein, wenn dort wirklich auf eine strikte Kostenkontrolle geachtet wird.

2. Kalkar bietet in hohem Maße Kultur und Tourismus für Einheimische, für Gäste und Erholungssuchende. Welche brachliegenden Felder gilt es hier noch zu aktivieren?

Vor allem in einer besseren Nutzbarmachung des Wisseler Sees liegt für die Stadt Kalkar noch weiteres touristisches Potential. Allerdings bin ich der Meinung, dass man auch beim Tourismus die Nachhaltigkeit in Bezug auf Landschaft und städtischer Infrastruktur nicht aus dem Auge verlieren sollte. Hier gibt es auch Grenzen, die man beachten sollte, damit die Lebensqualität der einheimischen Bevölkerung weiter erhalten bleibt.

Für die touristische Attraktivität ist es immer von Vorteil, wenn eine Kommune ein Alleinstellungsmerkmal im weiteren Umkreis besitzt. Hier sehe ich vor allem die hohe Dichte an hervorragender Gastronomie für die Kalkar im ganzen Kreis Kleve bekannt ist. Ein gezieltes Marketing -auch seitens der Stadt- könnte dieses Alleinstellungsmerkmal mit Sicherheit noch weiter ausbauen.

3. Wirtschaftsstandort Kalkar – auf welche Weise kann man zusätzlich Unternehmen und Betriebe für Kalkar begeistern?

Der gezielte Breitbandausbau des Internets, eine gute Verkehrsanbindung (Ausbau der 67b an die A57), eine Gewerbsteuer im vergleichsweise niedrigem Bereich, bezahlbarer Wohnraum für Familien und eine gut aufgestellte Schullandschaft sind wichtige Voraussetzungen für die Attraktivität eines eher ländlichen Wirtschaftsstandortes. Allerdings liegen hier nicht alle Maßnahmen in der Gestaltungshohheit der Kommune.

4. Muss die CDU, die Jahrzehnte lang die Politik in der Nicolaistadt wesentlich bestimmte, im Bereich Bürgernähe Änderungen vornehmen?

Bürgernähe ist immer so gut oder so schlecht wie sie von jedem einzelnen Mitglied einer Partei auch gelebt wird. Das gilt natürlich auch für die CDU. Die CDU-Kalkar ist hier seit 2015 auf einem guten Weg, den wir auch in Zukunft noch weiter ausbauen wollen und ausbauen werden. Unsere Aufgabe als Stadtverband wird es sein, den Markenkern der CDU Kalkar (traditionsverbunden, bodenständig, christlich-sozial) noch mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Ich bin da sehr optimistisch, dass uns das auch gelingen wird.

Ich bedanke mich herzlich bei der neuen CDU-Chefin von Kalkar – auch im Namen vieler Leserinnen und Leser – und wünsche ihr viel Kraft, optimale Gesundheit und Erfolg bei ihren Aufgaben.

Redakteur: Willi Heuvens
Foto:  Elli van Gemmeren