Vier Fragen an Caren Lay, Mitglied des Bundestages

Vier Fragen an Caren Lay, Mitglied des Bundestages und stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Linke
Caren Lay, stell. Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Bundestag, Sprecherin für Mieten-, Bau- und Wohnungspolitik

Vier Fragen an Caren Lay, Mitglied des Bundestages und stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Linke

Caren Lay ist die Sprecherin ihrer Fraktion für die Bereiche Mieten-, Bau- und Wohnungspolitik. Hier nimmt sie eine deutlich soziale und gerechte Stellung auch für Menschen ein, die sich teure Mieten kaum oder überhaupt nicht leisten können. In einer Zeit, in der fast 900.000 Menschen in Deutschland ohne Wohnung sind, werden Menschen wie Frau Lay unentbehrlich. Sie setzt sich effektiv für diese Menschen und ihre berechtigten Anliegen ein. Darüber hinaus fordert sie ein Umdenken im Sozialen Wohnungsbau.

Gerne war Frau Lay bereit, sich meinen vier Fragen zu stellen.

1. Viele Menschen können trotz eines Vollzeit-Jobs ihre Mieten kaum noch bezahlen. Wo sehen Sie hier dringenden Handlungsbedarf?

Seit Jahren steigen vor allem in Groß- aber auch vielen kleineren Städten die Mieten. Die Löhne indes steigen nicht. Immer mehr Menschen sind von Armut betroffen, aktuell sind 20 Prozent der Bevölkerung arm. Es bedarf also dringend gleichzeitig einer Wohnungspolitik, die den Mietenanstieg stoppt und für bezahlbaren Wohnraum sorgt, und einer sozialen Offensive, die Menschen aus der Armut holt und die für Arbeitsplätze und Löhne sorgt, von denen die Menschen leben können.
Wohnungspolitisch notwendig ist ein Neustart des sozialen, gemeinnützigen Wohnungsbaus. DIE LINKE fordert fünf Milliarden pro Jahr, um jährlich 250.000 dauerhafte Sozialwohnungen zu schaffen. Wir wollen außerdem eine wirksame, tatsächliche Mietpreisbremse sowie die Abschaffung der Modernisierungsumlage.

2. Auch die Energiekosten treffen viele Haushalte von Niedrig- und Normalverdienern sehr hart. Was halten Sie von einer staatlich regulierten bzw. kontrollierten Energiepolitik?

Tatsächlich fressen die Energiekosten bei vielen Menschen einen großen Teil des verfügbaren Haushaltseinkommens auf. Wir wollen Energie für alle bezahlbar machen und die Strompreise stärker kontrollieren. Die Abschaffung der Stromsteuer für private Haushalte, deutlich weniger Industrierabatte bei der EEG-Umlage, ein Energiewendefond sowie die Wiedereinführung der
staatlichen Strompreisaufsicht sind einige der Instrumente, mit denen wir die privaten Stromrechnungen bezahlbarer machen wollen. Damit würden Familien durchschnittlich 150 Euro Stromkosten im Jahr sparen. Die LINKE unterstützt die Energiewende für den Klimaschutz. Ihre Kosten müssen aber gerecht verteilt werden.

3. Immer mehr Menschen im Land sind von Armut und Altersarmut bedroht. Ist es nicht längst überfällig, über eine menschenwürdige Mindestrente nachzudenken?

Ja. Außerdem wollen wir das Rentenniveau anheben: Das Sicherungsniveau der gesetzlichen Rente muss wieder auf 53 Prozent erhöht werden, damit die Renten für alle spürbar steigen. Denn die
gesetzliche Rente muss den Lebensstandard im Alter wieder sichern und wirksam vor Armut schützen.
DIE LINKE fordert eine armutsfeste Solidarische Mindestrente von 1.050 Euro netto im Monat. Denn niemand darf im Alter arm oder gar gezwungen sein, zum Überleben Pfandflaschen zu sammeln.

4. Es gibt im Parteiprogramm und in den Grundsätzen der Partei Die Linke viele Parallelen zu den Lehren von Jesus Christus und Buddha. Wie wichtig sind für Sie die Soziallehren beider Religionsstifter?

DIE LINKE ist eine sozial ausgerichtete Partei, soziale Gerechtigkeit ist für uns Programm und Ziel.
Solidarität ist ein Grundpfeiler unserer Überzeugung. Unter diesem Aspekt gibt es selbstverständlich Anknüpfungspunkte zu religiösen und weltlich ausgerichteten Soziallehren. In vielen Glaubensrichtungen wird Gleichheit, Nächstenliebe oder Mildtätigkeit propagiert und praktiziert.
Auch die Lehre von Jesus Christus folgt dem Gedanken, dass alle Menschen gleich sind. Ich selbst bin in meiner Kindheit im Rheinland von der katholischen Soziallehre geprägt worden.

Ich bedanke mich – auch im Namen vieler Leserinnen und Leser – herzlich bei Frau Lay und wünsche ihr viel Erfolg und Kraft bei der Umsetzung ihrer sozialen und menschlichen Forderungen.

Redakteur: Willi Heuvens
Foto: Caren Lay, die Linke