Vier Fragen an Amelie Fried, Schriftstellerin und Moderatorin

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Vier Fragen an Amelie Fried, Schriftstellerin und Moderatorin
Vier Fragen an Amelie Fried, Schriftstellerin und Moderatorin -Foto: Copyright Annette Hornischer

Vier Fragen an Amelie Fried, Schriftstellerin und Moderatorin

Als Tochter eines Verlegers und einer Buchhändlerin studierte Amelie Fried Theaterwissenschaften, Publizistik, Kunstgeschichte und Italienisch. In ihrer Studienzeit arbeitete sie in freien Theatergruppen und schloss 1989 an der Hochschule für Fernsehen und Film in München den Studiengang Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik erfolgreich ab.

Als bekannte, erfolgreiche und beliebte Moderatorin ist sie vielen Zuschauerinnen und Zuschauern bekannt, u.a. aus Sendungen wie „Live aus der Alten Oper“, „Live aus dem Alabama“ oder aus „Stern TV“. Zusammen mit Giovanni di Lorenzo kennen viele Menschen sie aus der Talk-Show „3 nach 9“.

Bekannt u.a. auch ihr Buch: Ich fühle WAS, was du nicht fühlst.

Sie war gerne bereit, für die Leserinnen und Leser die vier Fragen zu beantworten.

1. Sie sind eine äußerst erfolgreiche Autorin und haben schon zahlreiche Bestseller verfasst. Auf was können sich die vielen Leserinnen und Leser als nächstes freuen?

Amelie Fried

Mein neuer Roman „Ich fühle das, was du nicht fühlst“ ist vor kurzem erschienen und auf sehr gute Resonanz gestoßen. Es ist kein klassisches Frauenbuch, aber trotzdem sehr unterhaltsam. Es erzählt die Geschichte einer Familie in den 70er Jahren aus der Perspektive eines hochbegabten 13jährigen Mädchens, dass die Verrücktheiten und Lebenslügen der Erwachsenen um sie her durchschaut und liebevoll-spöttisch kommentiert.

2. Autoren und andere Künstler sind oft Garanten von Freiheit und Menschenrechten. Machen Sie sich Sorgen um die Menschen hier im Land?

Amelie Fried

Ich mache mir Sorgen über gewisse Entwicklungen in unserem Land, in erster Linie um die Verrohung des politischen Diskurses und die
zunehmenden rechtsradikalen Tendenzen. Ich denke, man muss die Sorgen und Ängste der Menschen ernst nehmen, aber man darf nicht dulden, dass diese Ängste zum Vorwand für rassistische und fremdenfeindliche Äußerungen genommen werden. Die Flüchtlinge als Sündenbock für alle
politischen Probleme und Verfehlungen in diesem Land zu machen, ist sowohl sachlich falsch als auch moralisch inakzeptabel.

3. Gleichberechtigung von Frauen – ich denke hier liegt noch einiges im Argen. Frauen werden immer noch schlechter bezahlt und honoriert als Männer, die katholische Amtskirche praktiziert auch keine Gleichberechtigung – wie sehen Sie dies?

Amelie Fried

Da gibt es in der Tat noch reichlich Luft nach oben. Durchschnittlich 20% verdienen Frauen für die gleiche Tätigkeit weniger als Männer, die meisten Top-Führungspositionen in Unternehmen sind immer noch männlich besetzt und bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf hinkt
Deutschland auf blamable Weise hinter anderen europäischen Ländern her. Um das zu verändern, müssten Männer bereit sein, Privilegien abzugeben und Frauen nicht als Konkurrenz, sondern als Partner zu sehen. Und bestimmte Frauen müssten ihre Komfortzone verlassen und mehr Verantwortung übernehmen, als sie es bislang tun, wenn sie die Chance dazu erhalten.

4. Wo liegen kurz- und mittelfristig Ihre Aufgaben im Bereich des Fernsehens – worauf können wir uns dort freuen?

Amelie Fried

Am 8. März werde ich im Bayerischen Fernsehen mit einem Kollegen wieder die Übertragung des Starbieranstichs und das politische „Derblecken“ vom Münchner Nockherberg moderieren, das ist jedesmal ein großer Spaß für die Zuschauer – und für uns!

Ich bedanke mich bei Frau Fried für diese offenen Worte und wünsche ihr für die Zukunft alles erdenklich Gute und weiterhin großen Erfolg bei ihren so wichtigen Aufgaben und Arbeiten.

Redakteur: Willi Heuvens
Foto: Copyright Annette Hornischer