Top-Ergebnis: Krefelder Fairkehr verzeichnet weniger Kinderunfälle in 2016

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Top-Ergebnis: Krefelder Fairkehr verzeichnet weniger Kinderunfälle in 2016
Das aktuelle Fairkehr-Plakat. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Top-Ergebnis: Krefelder Fairkehr verzeichnet weniger Kinderunfälle in 2016

Weitere Elternhaltestellen sollen kommen

Die Initiative Krefelder Fairkehr hat die Bilanz der Kinderunfälle 2016 präsentiert und dabei einen neuen Meilenstein gesetzt: Mit nur 70 Kinderunfällen wurde das beste Ergebnis seit Beginn der Arbeit im Jahr 1999 erreicht. „Als wir damals begonnen haben, standen wir vor einer großen Aufgabe, die wir sehr gut gemeistert haben. Auf null werden wir nie kommen, das ist der Preis der Mobilität, den wir zahlen. Aber die jetzige Marke macht uns schon sehr stolz“, sagte Hartmut Könner, Leiter des Arbeitskreises Verkehrssicherheit für Kinder in Krefeld, bei der Präsentation.

Bei den 70 Unfällen verletzten sich 78 Kinder (zweitniedrigster Wert), davon 68 leicht und zehn schwer. Die Zahl der Schwerverletzten war nur im Jahr 2013 geringer (acht). Einen tödlichen Unfall gab es in 2016 glücklicherweise nicht. Noch 1999 blickte man auf erschreckende 185 Verunglückte, seitdem sind die Unfallzahlen in der Altersgruppe der Kinder bis 14 Jahre mehr als halbiert worden. 22 der Kinder wurden im vergangenen Jahr „passiv verletzt“, das heißt, sie waren als Mitfahrer unterwegs. „Wir dürfen bei jedem Unfall nicht vergessen, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind. Sie denken und handeln anders als Erwachsene. Allein deswegen sollte der Fuß automatisch zur Bremse gehen, wenn man ein Kind am Straßenrand entdeckt.“ Doch nicht immer ist dies möglich: Kinder sind klein, und die Autos werden immer größer. „Das Hervortreten hinter Sichthindernissen ist mit 14 Unfällen eine der Hauptursachen, da müssen wir ansetzen“, schilderte der Leiter der Direktion Verkehr der Polizei, Holger Klein, worauf es in den kommenden Jahren in der Arbeit von Fairkehr ankommen wird. Denn auch 2017 geht die Arbeit weiter. Kinderstadtpläne und Schulwegradpläne werden weiter aktualisiert, die Aktionen Black Box und Toter Winkel laufen weiter und das Verkehrssicherheitstraining an Schulen wird fortgesetzt. Sehr gut kommen die beiden Elterhaltestellen an der Edith-Stein-Grundschule in Uerdingen und der Südschule in Fischeln an. Eltern können sicher ihre Kinder absetzen und müssen sie nicht mehr direkt bis an das Schultor fahren. Weitere Standorte befinden sich in der Prüfung. Polizei und Verkehrswacht plädieren schon seit längerer Zeit für einen Schulweg zu Fuß. „So trainieren die Kinder und lernen die Verkehrswelt kennen. Zudem verringert sich der gefährliche Verkehr vor der Schule durch die sogenannten Eltern-Taxis “, sagt Klein.

Rainer Wiebusch-Wothge von der Ruhr-Universität lobte das Krefelder Ergebnis. „Seit vielen Jahren erkennen wir hier diesen Trend, das Erreichte ist also kein Zufall. Die Zahl von 55 aktiv im Straßenverkehr beteiligten verletzten Kinder haben wir einst als Bodensatz bezeichnet, das ist nun erreicht. Ich hätte nie gedacht, dass wir da hinkommen.“ Die Initiative Krefelder Fairkehr ist 1999 in die intensive Phase der Bekämpfung der Kinderunfälle eingetreten. Ausgangspunkt waren eine Untersuchung und ein Handlungskonzept der Ruhr-Universität Bochum. Zuvor konnte 1998 die Stiftung für Kriminalprävention unter Leitung von Klaus Stüllenberg in Münster-Hiltrup für ein Forschungsprojekt gewonnen werden. Sie beauftragte die Ruhr-Universität Bochum mit einer Analyse von rund 800 Unfällen mit Kindern und mit der Entwicklung eines daraus resultierenden Handlungskonzepts.

Einen wichtigen Beitrag zum Rückgang der Unfallzahlen mit Kindern leisteten auch knapp 400 bauliche Maßnahmen im Straßennetz. Die Politik in Krefeld trug ebenso mit erheblichen finanziellen Mitteln zum Erfolg von Fairkehr bei. Insgesamt stellten Stadt Krefeld und Land in den vergangenen 17 Jahren mehr als drei Millionen Euro für die Arbeit der Initiative bereit. Hartmut Könner: „Krefelder Fairkehr ist kein Projekt, sondern selbstverständlicher Bestandteil der Alltagsorganisation zahlreicher Behörden, Ämter und Institutionen geworden. Die Initiative beeinflusst seit Jahren viele behördliche, politische und pädagogische Entscheidungen. Was wir bei alledem nicht vergessen dürfen: Die nun erreichte Marke ist ein großer Standortvorteil. Junge Familien können bei ihrer Wohnortwahl davon ausgehen, dass wir in Krefeld bestens auf ihre Kinder aufpassen.

Quelle: Stadt Krefeld
Foto: Stadt Krefeld