Mobile Theatergruppe Juckreiz probt neues Programm „Das Fremde in mir“

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Mobile Theatergruppe Juckreiz probt neues Programm „Das Fremde in mir“
Mobile Theatergruppe Juckreiz probt neues Programm „Das Fremde in mir“

Mobile Theatergruppe Juckreiz probt neues Programm

Interessierte neue Mitglieder ab 16 Jahre sind zu Proben eingeladen

In der theaterpädagogischen Arbeit mit Jugendlichen setzt der Fachbereich Jugendhilfe ganz stark auf seine „Mobile Theatergruppe Juckreiz“. Unter der Leitung von Theaterpädagogin Mariola Küsters greifen die Mitglieder zwischen 16 und 24 Jahren tabuisierte Themen aus der Jugendhilfe auf, wie „Schuldenfalle“, „Facebook und Cybermobbing“, „Sucht“, „Kinderarmut“, oder „Interkulturalität“, und setzen diese gemeinsam in szenische Aufführungen um. „Die Besonderheit der Mobilen Theatergruppe liegt in ihrer Mobilität und Spontanität“, erklärt Mariola Küsters. Die Gruppe kann von veranstaltenden Organisationen gebucht werden und arbeitet deshalb stark bedarfsorientiert. Im Rahmen von Tagungen, Seminaren und öffentlichen Veranstaltungen führt sie Szenenfolgen auf um – passend zu den jeweils vorgegebenen Themen – authentische und belebende, aber auch teilweise provokante Impulse in den Veranstaltungsverlauf einzubringen. Die zukünftige Arbeit der Theatergruppe steht unter dem aktuellen Thema „Das Fremde in mir“.

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Die Mobile Theatergruppe probt immer mittwochs ab 18.30 Uhr in der Jugendkulturwerkstatt (JUKS) der Fabrik Heeder, Virchowstraße 130, und freut sich über neue Mitglieder. Wer Interesse hat, kann einfach bei einer Probe vorbeischauen oder sich bei Scarlett Kaulertz von der Abteilung Jugend melden unter Telefon 02151 863359. „Man sollten mindestens 16 Jahre alt sein und einen starken Charakter haben“, sagt Mariola Küsters. Was das genau bedeutet, fasst die 24-jährige Fee zusammen: „Wer bei uns mitmachen möchte, sollte offen sein und keine Scheu haben, sich selbst darzustellen. Man muss einfach richtig Bock haben.“ Alle Darsteller sind sich einig, dass keine schauspielerischen Erfahrungen erforderlich sind. Zwar arbeiten sie unter Anleitung der Theaterpädagogin an ihrem körperlichen Ausdruck, machen Atem- und Stimmübungen, viele Dinge lernen die jungen Schauspieler jedoch im laufenden Prozess. Im starken Austausch miteinander setzen sie sich im mit dem jeweils angesagten Thema auseinander, und jeder überlegt für sich selbst, wie er sich damit identifizieren kann. Dazu gehören auch Internetrecherchen und das Entwickeln der Dialoge in der Alltagssprache. Die Gruppe verzichtet auf Maske, aufwendige Kostüme und Bühnenbilder – im Mittelpunkt steht der junge Mensch, der Schauspieler. Dadurch gewinnen die Szenenfolgen ein hohes Maß an Intensität und Glaubwürdigkeit.

Neben dem Fachbereich Jugendhilfe selbst haben unterschiedliche Organisationen die mobile Theatergruppe Juckreiz seit ihrer Gründung vor fünfeinhalb Jahren gebucht, darunter die Diakonie Krefeld & Viersen, diverse Schulen, das Sozialministerium, der Sozialdienst katholischer Frauen, das Kommunale Integrationsbüro, die Gleichstellungsstelle, die Verbraucherzentrale, die Bahnhofsmission, das Haus der Familie und die Firma Thyssen-Krupp. Seit zweieinhalb Jahren ist die Gruppe auch international unterwegs, hatte 2013 Auftritte bei einem Besuch in Poznan/Polen und 2015 in Krefelds Partnerstadt Leicester/ England. Über ihre Aufführungen zu den Themen „Freiheit“ in Poznan und „Persönlichkeit“ in Leicester kamen die Jugendlichen immer in einen Austausch mit anderen Jugendlichen. Mit dem neu geplanten internationalen Begegnungsprojekt „Das Fremde in mir“ sind im Juni mehrere Treffen mit Jugendlichen in Haskovo/Bulgarien geplant. „Solche Begegnungen tragen nicht nur zu einem besseren interkulturellen Verständnis bei, sie wirken sich auch positiv auf die persönlichen Entwicklungen innerhalb der mobilen Theatergruppe aus“, sagt Norbert Axnick, Leiter der Abteilung Jugend.

Bildunterschrift:
Die Mobile Theatergruppe in Aktion: (von links) Bibi (16), Christina (20), Fee (24), Isabel (19) und Rafi (23). In der Mitte kniet Theaterpädagogin Mariola Küsters.

Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken