Programm „KommSport“ geht in die zweite Runde

Programm - KommSport - geht in die zweite Runde
Das Programm - KommSport - geht in die zweite Runde. An jedem Schultag finden an zwei Schulstandorten gleichtzeitig die Testungen statt. Diesmal werden es ca. 1500 Kinder sein. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Programm „KommSport“ geht in die zweite Runde

Die Stadt Krefeld und der Stadtsportbund beteiligen sich seit dem Jahr 2015 am Landesprogramm „KommSport“. Im Mittelpunkt steht die Förderung auf Basis des „Motorischen Tests NRW“, der für Schüler der zweiten Klassen durchgeführt wird. Die diesjährige Testreihe hat begonnen und dauert bis zum 25. November. Durchgeführt wird sie durch das Berufskolleg Vera Beckers und die Universität Duisburg-Essen. An jedem Schultag finden an zwei Schulstandorten gleichzeitig die Testungen statt. Die Anzahl der Schulen hat sich um drei auf nun 20 Schulen mit 24 Schulstandorten erhöht. In 2015 wurden 1040 Schüler getestet, diesmal werden es um die 1500 sein.

Bei den bisherigen Tests lag Krefeld im Durchschnitt. Allerdings gab es auch Ergebnisse, die Handlungsbedarf aufzeigen. So weisen die erhobenen Daten für die koordinativen Fähigkeiten für 70 Prozent einen altersgemäßen bis überdurchschnittlichen Entwicklungsstand auf. Dem gegenüber können bei der Rumpfbeuge, einem Test zur Messung der Beweglichkeit, 40 Prozent der Kinder mit ihren Fingern nicht ihre Fußsohlen erreichen. Und ebenso zeigten die untersuchten Kinder einen nicht immer altersgemäßen Entwicklungsstand bei verschieden Messungen zur „Kraftfähigkeit“: Bis zu 80 Prozent der getesteten Kinder wiesen unterdurchschnittliche bis weit unterdurchschnittliche Leistungen auf.

„Ein Augenmerk liegt natürlich stets auf Ausdauer und Kraft. Daran müssen wir ständig arbeiten. Die Kinder sind allerdings alle mit großer Motivation dabei“, sagt Thomas Presch vom Schulamt. Insgesamt müssen die Schüler acht Aufgaben meistern: 20 Meter-Sprint, Standweitsprung, Sit-ups, Liegestütz, Seitliches Hin- und Herspringen, Balancieren rückwärts, Rumpfbeuge und ein Sechs-Minuten-Lauf. Der „Motorische Test NRW“ ergänzt das bisher angewandte Testverfahren durch zusätzliche Übungen der Kraft und Ausdauer der oberen Extremitäten (Liegestütz), Koordination unter Zeitdruck (seitliches Hin- und Herspringen) sowie Gleichgewichtsübung (balancieren rückwärts) und ist damit deutlich aussagekräftiger als der bisherige Test. Am Ende kommt eine Auswertung heraus, mit Eltern und Schulen entscheiden können, ob beziehungsweise welche Maßnahmen sie dabei schulintern oder im außerunterrichtlichen Schulsport nutzen wollten.

Dabei stehen verschiedene Partner unterstützend zur Seite. Die Sportjugend im Stadtsportbund ist nicht nur die Koordinierungsstelle für den offenen Ganztag, sondern kümmert sich darüber hinaus um die Vermittlung von Sportgeboten mit den Vereinen. Auf Grund der Ergebnisse sind mit der Unterstützung der AOK Rheinland/Hamburg bereits in den vergangenen drei Jahren eine Reihe von Projekten ins Leben gerufen und ausgebaut worden. Im Schulamt laufen die Fäden im Rahmen von „KommSport“ zusammen. Es ist für die Vorbereitung und Durchführung des Tests verantwortlich und erster Ansprechpartner für die schulischen Belange in dem Netzwerk Schulsport. Dank der finanziellen Unterstützung des Projektes durch die Sparkasse Krefeld kann in diesem Jahr die Testung fortgeführt und ausgebaut werden. Durchgeführte Maßnahmen waren bislang das Kita-Schwimmen, an dem sich 20 Kitas mit 300 Kindern beteiligten, Ferienschwimmkurse, verschiedenen Bewegungs-, Sport- und Fördergruppen sowie zahlreiche Informations-Veranstaltungen für die Zusammenarbeit von Schulen und Vereinen sowie Lehrerfortbildungen.

Schon seit mehreren Jahren laufen sportmotorische Tests in Krefeld. Bereits im Jahr 2011 gab es einen Testlauf an zwei Krefelder Grundschulen. Eine flächendeckende Einführung des sogenannten Düsseldorfer Modells war aufgrund der angespannten Haushaltslage allerdings nicht möglich. Eine Kooperation auf Initiative der AOK ermöglichte über drei Jahre bis Ende des Schuljahres 14/15 jedoch die sportmotorische Testreihe „check!-speed 4″ an den Krefelder Grundschulen. Bei allen Beteiligten bestand Einigkeit darüber, dass die Testungen positive Auswirkungen auf die motorischen Fähigkeiten der Kinder haben und eine Förderung der Zusammenarbeit mit, beziehungsweise die Einbindung von Sportvereinen positiv beeinflusst. Im Jahr 2014 hatte das Landes-Ministerium für Familie, Kinder und Sport dann die Initiative KommSport mit dem Ziel initiiert, Kindern auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Sportangebote – möglichst in einem Sportverein – anzubieten. Im Mittelpunkt steht die individuelle und ganzheitliche Förderung, so dass sowohl talentierte als auch Kinder mit Förderbedarf erreicht werden. Die Stadt Krefeld und der Stadtsportbund haben sich mit „Check!-speed4″ um die mit der Initiative verbundene finanzielle Förderung von kompensatorischen Sportangeboten beworben und nehmen nunmehr seit dem Jahr 2015 als vollwertige Projektkommune am Landesprogramm teil.

Quelle: Stadt Krefeld
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken