Parkpflegewerk Neuer Tiergarten Kleve

Parkpflegewerk Neuer Tiergarten Kleve
Blick über den Moritzkanal zum Amphitheater

Die Klever Parkanlagen sind ohne Zweifel eine Besonderheit und stellen, im Ensemble mit dem Museum Kurhaus, einen überregional bedeutsamen touristischen Anziehungspunkt dar. Neben der damit verbundenen Aufmerksamkeit ist damit aber auch die Verantwortung und Herausforderung verbunden, die Anlagen in ihrem Wert zu erhalten und zu pflegen, notwendige Teile zu rekonstruieren und bei Bedarf zu ergänzen.

Vor dem Hintergrund sich ändernder gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, ist es wichtig in Bezug auf die Frage, wie in den nächsten Jahren und Jahrzehnten mit diesem Erbe sachgerecht und verantwortungsbewusst umgegangen werden kann, Leitbilder und Ziele zu entwickeln und dabei die gesellschaftlichen Veränderungen und wirtschaftlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen. Dazu soll die Erstellung eines Parkpflegewerks dienen.

Aufgrund des Grunderwerbs der Stadt Kleve am Prinz-Moritz-Kanal und östlich des Amphitheaters ist es möglich geworden diese Flächen in die gartendenkmalpflegerische und gartentouristische Entwicklung des Neuen Tiergartens auch gestalterisch zu integrieren. Des Weiteren bestand die Notwendigkeit, die über die letzten Jahrzehnte sukzessive ausgeführten Wiederherstellungs- und Sanierungsmaßnahmen aus den aktuellen Erfordernissen heraus zu betrachten, zu analysieren, zu bewerten und zu einem Gesamtkonzept zusammenzuführen.

Das Parkpflegewerk zum Kernbereich des Neuen Tiergartens dient als Fortschreibung der von Rose und Gustav Wörner ab 1979 betreuten Planung zur Wiederherstellung des historischen Parks. Der herausragende kulturhistorische und denkmalpflegerische Wert der klevischen Gartenanlagen wurde bereits Ende der 1970er Jahre herausgestellt und der Neue Tiergarten mit seinen historischen Bezügen zum Kavariner Tor und Gut Gnadenthal sowie zur Wasserburg Rindern 1988 als Denkmalbereich eingetragen. Im Jahre 2014 wurde der Neue Tiergarten nach einer weiterführenden denkmalrechtlichen Bewertung zusätzlich als Baudenkmal (Gartendenkmal) unter Schutz gestellt. Ab Anfang der 1980er Jahre wurden wesentliche Strukturen des Neuen Tiergartens nach den Zielsetzungen der Wörner-Planung wiederhergestellt. Der Park genießt heute bei Gartenliebhabern und Fachpublikum ein großes Interesse und stellt für Kleve und das Umland ein beliebtes Naherholungsziel mit hohem Identifikationswert dar.

Im Stadtentwicklungskonzept aus dem Jahre 2009, welches in enger Zusammenarbeit mit den Bürgern der Stadt erstellt werden konnte, ist das Ziel formuliert, Grün und Freiräume zu erhalten. Als wichtige Maßnahme ist darin die Erstellung eines Parkpflegewerks aufgeführt. Demnach nehmen die historischen Park- und Grünanlagen eine bedeutende Rolle in der Stadt und im Bewusstsein der Klever Bevölkerung ein, die es langfristig zu sichern gilt.

Als Bearbeitungsgebiet des Parkpflegewerks wurde der Kernbereich des Neuen Tiergartens mit der zentralen Hauptachse vom Amphitheater zum Prinz-Moritz-Kanal und den in der Ebene liegenden Parkbereichen vom Forstgarten bis zum Schützenhauspark bestimmt.

Mit der Aufstellung des Parkpflegewerks für den „Neuen Tiergarten Kleve – Kernbereich“ ist das Fachbüro für Landschaftsarchitektur von Elke Lorenz aus Düsseldorf beauftragt. Frau Lorenz hat bereits zahlreiche Parkpflegewerke und andere gartenhistorische Gutachten erfolgreich bearbeitet, zum Beispiel im Zusammenarbeit mit Architekturbüros für das LVR-Klinikum Viersen, die Parkanlage Burg Hülshoff oder die Kaiserberg-Anlage in Duisburg-Duissern.

Zu Beginn des Jahres 2014 hat Frau Lorenz die Bearbeitung des Parkpflegewerks in Kleve aufgenommen. Ihre Tätigkeit gliederte sich dabei in die Historische Analyse und Dokumentation, die Bestandserfassung, die Bestandsanalyse und -bewertung, die Denkmalbewertung sowie den Ziel- und Entwicklungsplan. Der Planungsprozess wurde von einem fachämterübergreifenden Gremium begleitet, dessen Diskussionen und schriftliche Stellungnahmen in das Ergebnis des Parkpflegewerks eingeflossen sind.

Im Ergebnis steht der fertiggestellte Teil der Ziel- und Maßnahmenplanung als Werk mit 51 Seiten, zehn Plänen, einer Pflanzenliste im Anhang sowie einem umfangreichen Maßnahmenkatalog nun der Stadt Kleve zur Verfügung. Bei der Vorstellung in der gemeinsamen Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses und des Ausschusses für Kultur und Stadtgestaltung wurde das Ergebnis des Gutachtens, in Form der Ziel- und Maßnahmenplanung präsentiert. Das Konzept soll im kommenden Jahr dem Rat der Stadt Kleve zum Beschluss vorgelegt werden.

Quelle: Stadt Kleve
Foto: Stadt Kleve