Oberbürgermeister dankt ehrenamtlichen Helfern der Geflüchteten bei Empfang

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Oberbürgermeister dankt ehrenamtlichen Helfern der Geflüchteten bei Empfang
Für das Engagement für Menschen, die als Geflüchtete nach Krefeld gekommen sind, hat sich Oberbürgermeister Frank Meyer bei einem Empfang der Stadt Krefeld im Stadtwaldhaus bedankt. Gekommen waren rund 400 ehrenamtliche Flüchtlingshelfer. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Oberbürgermeister dankt ehrenamtlichen Helfern der Geflüchteten bei Empfang

Krefelder Koordinierungskreise für Nationalen Integrationspreis vorgeschlagen

Für das Engagement für Menschen, die als Geflüchtete nach Krefeld gekommen sind, hat sich Oberbürgermeister Frank Meyer bei einem Empfang der Stadt Krefeld im Stadtwaldhaus bedankt. Gekommen waren rund 400 ehrenamtliche Flüchtlingshelfer aus ganz unterschiedlichen Bereichen – von Sprachvermittlern über Einzelbetreuer, die zum Beispiel Unterstützung in Alltag oder bei schwierigen Behördenangelegenheiten leisten, bis hin zu Übungsleitern im Sport, die Geflüchtete in Krefelder Vereinen trainieren und integrieren. „Was mich ganz besonders beeindruckt hat, war die Tatsache, dass zu Beginn der Flüchtlingskrise die Hilfe aus der Bürgerschaft ohne Umschweife einsetzte, ohne langes Rumreden, ohne ideologische Gefechte, ohne großen organisatorischen Anlauf: Die Hilfe kam konkret und schnell zu den Menschen – und sie kam auf viele verschiedene Arten“, sagte Oberbürgermeister Frank Meyer.

Integration ließe sich zwar wunderbar erforschen, ergründen, diskutieren, konzipieren, analysieren, „aber Ihre Arbeit beweist: Integration kann auch intuitiv funktionieren, als Begegnung von Mensch zu Mensch, als Expedition aus dem eigenen Kästchen dorthin, wo man den anderen trifft und ihm Hilfe anbietet“, so der Krefelder Oberbürgermeister. Diese intuitive Hilfsbereitschaft sei eine große Stärke einer funktionierenden Zivilgesellschaft: Man sehe nicht weg, sondern packe an und helfe. Frank Meyer: „Das ist die Botschaft, die Sie als Bürgerinnen und Bürger während der Flüchtlingskrise gesendet haben – und auch darauf können wir stolz sein.“

Eine „Vollgasveranstaltung“ seien die ersten Monate des Flüchtlingskoordinators Dr. Hansgeorg Rehbein gewesen. Die Aufbau- und Koordinierungsarbeit, die hier geleistet worden sei, habe viel Gutes für die Stadt und für die 3500 Flüchtlinge bewirkt. In ganz Krefeld stehe der Flüchtlingskoordinator in Kontakt mit rund 1000 freiwilligen Helfern aus allen Stadtteilen und aus allen Generationen. Und auf Initiative des „Flüko“ seien bekanntlich in den Quartieren mit großen Sammelunterkünften Koordinierungskreise gegründet worden, in denen alle Akteure zusammenkamen. Dabei hätten die Vereine vor Ort, die Kirchen- und Moscheegemeinden, die Schulen und Kitas sowie alle weiteren lokalen Initiativen eine wichtige Rolle gespielt. „Es ist absolut beispielhaft, mit welchem Einsatz, welcher Beharrlichkeit und welcher Kreativität sich diese Koordinierungskreise selbst organisieren und Angebote für die Flüchtlinge entwickeln und umsetzen – das ist gelebte Zivilcourage“, lobte Frank Meyer.

Der Oberbürgermeister teilte mit, dass der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB die Krefelder Koordinierungskreise in Stahldorf, Hüls, Traar, in der Innenstadt, in Uerdingen, Oppum und an der Westparkstraße für den Nationalen Integrationspreis der Bundeskanzlerin vorgeschlagen habe. Diese Nominierung dürften insbesondere alle ehrenamtlichen Helfer als Anerkennung verstehen für die Arbeit, die sie in den vergangenen Monaten und bis heute leisteten.

„Sie stellen durch Ihr Engagement unter Beweis, dass Willkommenskultur funktionieren kann, wenn man das Wort ernst nimmt und es sich wirklich zu Eigen macht, wenn man nicht wartet, dass andere sich um das Willkommen kümmern, sondern selbst die Verantwortung übernimmt“, erklärte Frank Meyer.

Vor der Rede des Oberbürgermeisters zog der palästinensisch-syrische Pianist Aeham Ahmad mit einem 30-minütigen Auftritt die Gäste in seinen Bann. Der 28- jährige Musiker war 2014/2015 durch seine öffentlichen Auftritte im Flüchtlingslager Jarmuk international bekannt geworden – als „Pianist in den Trümmern“ während des Bürgerkriegs in Syrien. Dort hatte er in den Straßen unter Lebensgefahr mit seinem Klavier auf einem Rollwagen gespielt, um durch das gemeinsame Musizieren den Menschen Hoffnung und Freude zu schenken. Im Frühjahr 2015 verbrannten Anhänger des IS aufgrund des dort verhängten Musikverbotes vor seinen Augen sein Klavier. Im Jahr 2015 war ihm dann die Flucht nach Deutschland gelungen. Im Dezember 2015 war Aeham Ahmad in der Bundeskunsthalle Bonn der erste Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Armutsbekämpfung und Inklusion verliehen worden.

In einer Gesprächsrunde auf der Bühne berichteten später als Vertreter der Koordinierungskreise Maria Mainz, Jochen Scheller, Dr. Jürgen Czwalinna, Dietmar Niemann und Pastor Andreas Ullrich über die Arbeit und bespielhafte Projekte.

Quelle: Stadt Krefeld
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken