Nora Rudolf aus Bern erforscht die Anfänge der Textilrestaurierung

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Nora Rudolf aus Bern erforscht die Anfänge der Textilrestaurierung
Nora Rudolf aus Bern erforscht die Anfänge der Textilrestaurierung

Nora Rudolf aus Bern erforscht die Anfänge der Textilrestaurierung

Recherche für Doktorarbeit im Deutschen Textilmuseum Krefeld

Die aus Norddeutschland stammende und seit einigen Jahren in der Schweiz lebende Wissenschaftlerin Nora Rudolf forscht im Deutschen Textilmuseum Krefeld für ihre Doktorarbeit. Sie promoviert als Restauratorin an der Universität Bern im Fachbereich „Geschichte der textilen Künste“. Zu diesem Zweck besucht sie exemplarisch die kunstgewerblichen Sammlungen in Berlin, Wien und London, sowie das Metropolitan Museum New York und das Museum of Fine Arts in Boston. Insbesondere aber widmet sie sich den Sammlungen der einzigen reinen Textilmuseen in Lyon und Krefeld. Die 31-Jährige untersucht hier die Anfänge des Ausstellens und Restaurierens von historischen Textilien, insbesondere das Wirken von Paul Schulze. Er war von 1883 bis 1926 Direktor der Krefelder Textilsammlung.

„Paul Schulze ist wie kein anderer stark verbunden mit seiner Institution und hat bemerkenswerte, weltweit reichende Spuren in den Sammlungen und Sammlungsgeschichten hinterlassen“, sagt Nora Rudolf. Schulze erforschte historische Textilien, er handelte auch mit ihnen, so dass sich häufig mehrere Fragmente des gleichen Gewebes in verschiedenen Sammlungen finden lassen. Er unterrichtete Textilgestaltung in Krefeld an der Königlichen Gewebeschule, designte selber und gründete das wissenschaftliche Journal „Die Seide“. Als „Allrounder“ wurde er mehrfach in die Jurys der Weltausstellungen berufen. Im Mittelpunkt ihrer Recherchearbeit stehen für die Wissenschaftlerin aus Bern jedoch seine Restaurierungen von Textilien zwecks Handhabung und Ausstellung. „Nach heutigen Maßstäben handelt es sich nicht um Restaurierungen. Vielmehr klebte oder nähte Schulze die Textilien auf Pappen und führte die Musterrapporte ergänzend in Aquarellmalerei fort“, so Schieck. Dadurch beschädigte er nach heutigen Maßstäben zwar die Gewebe, schuf aber einen vollständigeren Bildeindruck. Diese Technik gab er auch an seine Schüler weiter. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm man die Textilien, die sich noch von den Pappen ablösen ließen, ab und brachte sie ins Archiv. Auch die Malereien wurden im Museum verwahrt. Circa 60 von ihnen sind heute noch vorhanden und mit diesen hat sich Nora Rudolf bei ihren Recherchen befasst. Dabei beobachtet sie verschiedene Entwicklungsstufen der Restaurierungsmethoden.

Quelle: Stadt Krefeld
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken