Krefelder Museum informiert Besucher über die Römer und ihre Grenzsicherung

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Krefelder Museum informiert Besucher über die Römer und ihre Grenzsicherung
Cathleen und Joshua aus der Klasse 4a der Unseco-Schule in Krefeld, die beiden "Römer" André van de Bruck (2.v.r.) und Ralf Möller (2.v.l.) und Dr. Jennifer Morscheiser (r.) am neuen Info-Point zum Thema "Welterbe" im Museum Burg Linn in Krefeld. Fotos: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Museum Burg Linn: Info-Point „Welterbe – Niedergermanischer Limes“ vorgestellt

Krefelder Museum informiert Besucher über die Römer und ihre Grenzsicherung

Im Museum Burg Linn in Krefeld wurde jetzt der erste Info-Point am Niederrhein zum Thema „Welterbe – Niedergermanischer Limes“ eingerichtet. Die Gestaltung und Umsetzung hat der „Arbeitskreis Welterbe in Krefeld“ übernommen. Die Präsentation im Foyer des Archäologischen Museums umfasst unter anderem eine gut fünfminütige Animation, die verschiedene Kastelltypen in Krefeld, Grabungen und Fundstücke vorstellt. Zudem werden allgemeine Informationen zum Thema Welterbe vermittelt. Der Welterbe-Antrag für den Niedergermanischen Limes soll im Jahr 2020 eingereicht werden.

„Mit bis zu 50 000 Besuchern pro Jahr haben wir hier im Museum die Chance, viele Menschen zu erreichen und über den Limes zu informieren“, sagt Dr. Jennifer Morscheiser, Leiterin des Museums Burg Linn. Ein Schwerpunkt der Vermittlung soll sich zukünftig auf Kinder und Jugendliche sowie Schulen richten. Anlässlich der Vorstellung des Info-Points besuchten deshalb zwei Klassen der Krefelder UnescoProjektschule, der Paul-Gerhardt-Grundschule, das Museum. Dort erlebten sie einen Römertag: Die 54 Schüler fertigten mit zwei „Römern“ Lederbeutel an, lernten ein römisches Spiel kennen, sie buken römisches Militärbrot und stellten römische Dips her. Die beiden Römer erklären ihnen vieles über deren Leben und Alltag. Außerdem wurden sie durch das Archäologische Museum geführt.

Das Welterbe-Projekt „Die Grenzen des Römischen Reiches“ umfasst die Grenzlinie und Militäreinrichtungen zur Zeit der Blüte des Römischen Reiches, etwa in der Zeit von 100 bis 200 nach Christus. Ziel ist es, die gesamte Grenzlinie in Europa, Asien und Afrika als Welterbe einzutragen. Abschnitte in Deutschland und Großbritannien sind bereits Welterbe. Der Niedergermanische Limes-Abschnitt bestand von 15 vor Christus bis etwa 450 nach Christus. Unter den in Nordrhein-Westfalen einzutragenden Römerstätten nimmt das Lager von Krefeld-Gellep eine Schlüsselposition ein. Es bestand vom ersten bis fünften Jahrhundert nach Christus fast ununterbrochen an derselben Stelle. Das Areal ist als Bodendenkmal eingetragen und zum größten Teil nicht überbaut. Rund zwei Drittel des Lagerbereiches sind bislang nicht erforscht.

Von den römischen Kastellen und der Siedlung ist oberirdisch heute nichts zu erkennen. Deswegen konzentriert sich die Vermittlung des Themas „Welterbe“ und der Geschichte der Römer in Krefeld momentan im Museum Burg Linn. Der InfoPoint ist der erste Schritt dazu: Dort ist auch ein mit dem Stadtmarketing Krefeld gemeinsam entworfener Flyer erhältlich, der die Geschichte der Römer in Krefeld und deren Bedeutung für das Welterbe-Projekt kurz darstellt. In einem Unterstützerbuch können Besucher ab sofort ihre Ideen, Wünsche und ihre Sympathie für das Vorhaben festhalten. Ferner wird im Info-Point in regelmäßigen Abständen ein Objekt aus dem Kastellbereich gesondert aus- und vorgestellt. Weitere Funde, Modelle und ein Film über das spätantike Kastell in Gellep werden in der Dauerausstellung präsentiert. In Vorbereitung ist eine neue Führung zum Thema Römer und Welterbe.

Zur Erarbeitung der relevanten und darstellbaren Themen, aber auch in der Funktion als beratendes Fachgremium und Ansprechpartner für den Landschaftsverband Rheinland (LVR), städtische Ausschüsse sowie die Projektpartner in anderen Kommunen, wurde in Krefeld Anfang 2016 der „Arbeitskreis Welterbe“ eingerichtet. Durch Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen und Bildungsprojekte sollen Menschen jeden Alters mit dem Thema Welterbe und Römer in Krefeld vertraut gemacht. Ein Schwerpunkt soll auf der Arbeit mit Schulen, Kindern und Jugendlichen liegen, denn Unesco-Welterbestätten sind wichtige Bildungsstätten, an denen Kinder und Jugendliche den interkulturellen Zugang zu ihrer regionalen, nationalen und zur gemeinsamen europäischen Geschichte erleben können.

Quelle: Stadt Krefeld
Foto: Stadt Krefeld