Kein Platz in der Hölle

Kein Platz in der Hölle
Kein Platz in der Hölle

Kein Platz in der Hölle

Weit abseits in den Bergen der japanischen Alpen lehrte ein bekannter Meister die Kampfkünste und die Praxis des ZEN …. Er war weit gereist, hatte unter anderem auch das Christentum kennen gelernt.

Ein fleißiger, strebsamer und aufmerksamer Schüler fragte ihn eines Tages:
Meister! Wie würdest du mir die im christlichen Glauben vorhandene Hölle erklären?

Der Meister erwiderte: Laß mich es dir anhand eines Beispiels erklären ….
Die Hölle ist ein Ort des Leidens, des Daseins ohne Freude, ohne Entspannung, voll mit seelischen und körperlichen Schmerzen.

Der Höllenfürst stellte fest, dass fast alle Plätze in der Hölle vergeben und besetzt waren, momentan gab es nur noch einen freien Platz. So machte sich der Satan auf, um am Eingangstor zu diesem Schattenreich die Menschen zu begutachten, die in diese Verdammnis eintreten sollten.

So traf er Diebe, Verleumder, Mörder, Ausbeuter, Hartherzige und andere schwere Sünder … abseits stand einsam ein Mann ganz für sich allein. Der Beelzebub sprach diesen an und fragte: Was machst du hier, was hast du verbrochen?

Der Gefragte entgegnete: Eigentlich habe ich nichts getan, nichts gemacht und nichts unternommen. Ich habe das Böse der Welt kennen gelernt, den Neid, die Gier, die Ausbeutung, die Rücksichtslosigkeit und den Egoismus in jeder Form. Nie habe ich meine Stimme gegen diese Ungerechtigkeiten und gegen das Böse erhoben – nie habe ich Taten gegen das Schlechte folgen lassen …. nie zog ich Konsequenzen …. nie wollte ich anecken …. nie mich unbeliebt machen!

Der Leibhaftige war begeistert und sprach: Du sollst im Reich der Finsternis, im Schattenreich, im Hades und in der Unterwelt den letzten freien Platz bekommen!

Redakteur: Willi Heuvens
Foto: Willi Heuvens