Internethandel versus Innenstadtverödung

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Internethandel versus Innenstadtverödung
Internethandel versus Innenstadtverödung

Internethandel versus Innenstadtverödung

Wie kann die Verödung unserer Innenstädte noch gestoppt werden?

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Gemeinsam mit dem Institut für Kommunal- und Verwaltungswissenschaften (IKV) NRW veranstaltete die Hochschule Rhein-Waal am 8. März 2016 ein Symposium zum Thema Internethandel und Innenstadtverödung im Audimax auf dem Campus Kleve. Experten des IKV NRW, der Hochschule Rhein-Waal sowie Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen Kommunen in NRW hatten sich an der Hochschule Rhein-Waal eingefunden, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen und über dieses Thema zu diskutieren.

Kleve/Kamp-Lintfort, 14. März 2016: Noch vor ein paar Jahren galten die großen Einkaufszentren und Supermärkte am Rande der Stadt als Ursache für die zunehmende Verödung unserer Innenstädte. Heutzutage sind auch sie von der wachsenden Dominanz des Internethandels betroffen. Immer mehr Kundinnen und Kunden bevorzugen die bequeme Art des Onlineshoppings gegenüber einem Einkauf in der Innenstadt oder einem Einkaufszentrum. Diese Entwicklung bekommen nicht nur die kleinen und mittelgroßen Städte zu spüren, sondern auch der Einzelhandel in den Großstädten gerät zunehmend unter Druck.

Wie Kommunen auf diese Herausforderung reagieren können und wie sie trotzdem Kundinnen und Kunden in ihre Innenstädte locken können, war Thema des Symposiums, auf dem ausgewiesene Experten aus der Praxis Lösungsstrategien vorstellten und gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertreten aus Städten und Gemeinden sowie der Wirtschaftsförderung diskutierten. Organisiert wurde das Symposium vom Direktor des IKV, Dr. Bernd M. Lindenberg. Im Einladungsflyer heißt es dazu: „War früher der Kofferraum die größte Einkaufstasche des Kunden, so ist es heute der Warenkorb im Onlineshop. Das Auto trieb den Kunden in die großen Supermärkte außerhalb der Stadtzentren. Heute lässt er sich die Waren nach Hause bringen.“

Prof. Dr. Jakob Lempp, Dekan der Fakultät Gesellschaft und Ökonomie an der Hochschule Rhein-Waal, beschrieb in seiner Begrüßungsansprache das Problem mit deutlichen Worten: „Mit dem Niedergang des Einkaufsbummels durch bunte und belebte Innenstädte droht vieles verloren zu gehen, was über den reinen Kaufakt weit hinaus geht: Das Sich-Treiben-Lassen, Begegnungen mit bekannten und unbekannten Menschen, die direkte haptische Produkterfahrung oder auch das Gespräch mit dem Händler vor Ort, den man vielleicht schon seit Jugendtagen kennt.“

Anschließend folgte ein umfassendes Vortragsprogramm, im Rahmen dessen verschiedene Best-Practice Beispiele aus den Kommunen Neuss, Düsseldorf, Wuppertal und Krefeld vorgestellt wurden. Karl Jasper, Leitender Ministerialrat im Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr

des Landes NRW ging beispielsweise in seinem Vortrag auf die Rolle der Städtebauförderung zur Stärkung von Innenstädten ein. Weitere Lösungsansätze beschäftigten sich mit den Ergebnissen von Studien zum Zusammenhang von Einkaufsverhalten und Lebensqualität sowie den Ansätzen verschiedener Kommunen ebenfalls Internetplattformen für ihre Städte zur Verfügung zu stellen.

Aber der Internethandel ist nicht grundsätzlich in allen Bereichen dem Einzelhandel überlegen, wie Prof. Dr. habil. Gregor van der Beek, Professor für Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Finanzwissenschaften an der Hochschule Rhein-Waal, in seinem Vortrag anmerkte: „Internet-Händler haben nicht immer das bessere Geschäftsmodel, auch dann nicht, wenn sie auf ihren Märkten erfolgreich sind. Denn bisweilen sind sie vor allem deshalb erfolgreich, weil es ihnen gelingt, Kosten, welche eigentlich sie selbst zu tragen hätten, auf andere – und speziell auf die lokalen Einzelhändler abzuwälzen. Dies sind beispielsweise die Kosten für Produktinformation und Beratung der Kunden.“

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine vom Direktor des IKV, Prof. Eberhard G. Fehlau moderierte und lebhafte Podiumsdiskussion mit den Referenten.

 

Bildunterschrift:

Symposium zum Thema Internethandel und Innenstadtverödung an der Hochschule Rhein-Waal, Gruppe der Referenten

Foto: Hochschule Rhein-Waal

  1. l. n. r.: Kai Ludwigs, Prof. Eberhard Fehlau, Prof. Dr. Jakob Lempp, Rainer Gallus, Prof. Dr. habil. Gregor van der Beek, Andree Haack, Karl Jasper, Dr. Bernd M. Lindenberg

 

Hochschule Rhein-Waal

Die Hochschule Rhein-Waal wurde am 1. Mai 2009 gegründet und steht mit ihrem Konzept für eine innovative, interdisziplinäre und internationale Ausbildung junger Menschen. Seit dem Wintersemester 2015/2016 bietet die Hochschule Rhein-Waal an den Standorten Kleve und Kamp-Lintfort insgesamt 25 Bachelor- und zehn Master-Studiengänge an vier Fakultäten – „Technologie und Bionik“, „Life Sciences“, „Gesellschaft und Ökonomie“ und „Kommunikation und Umwelt“ – an. Die Studieninhalte an der Hochschule Rhein-Waal sind wissenschaftlich, anwendungsorientiert und international ausgerichtet. Sie zeichnen sich durch eine hohe Qualität und Praxisnähe in Lehre und Forschung aus. Rund 85 Prozent der Studiengänge werden in englischer Sprache gelehrt und inzwischen fühlen sich rund 6.000 Studierende aus mehr als 100 verschiedenen Nationen an der Hochschule Rhein-Waal wohl. Dadurch werden den Studierenden ein interkultureller Austausch und eine optimale Vorbereitung auf den nationalen und internationalen Arbeitsmarkt eröffnet.

Foto: Hochschule Rhein-Waal