Großer Andrang beim Denkmaltag in Breyell an der Ausgrabungsstätte

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Großer Andrang beim Denkmaltag in Breyell an der Ausgrabungsstätte
Großer Andrang beim Denkmaltag in Breyell an der Ausgrabungsstätte

Großer Andrang beim Denkmaltag in Breyell an der Ausgrabungsstätte

Erfreulich groß war der Besucherandrang beim Tag des offenen Denkmals, der in Nettetal in diesem Jahr ausschließlich im Stadtteil Breyell stattfand. An vier Stationen erfuhren die Gäste viel Wissenswertes über Breyeller und Nettetaler Geschichte und bekamen Dinge zu sehen, die in Zukunft wohl für immer verborgen bleiben werden.

Hauptgrund sind die nun mittlerweile abgeschlossenen archäologischen Ausgrabungen auf der Fläche gegenüber des Gewerbegebietes Berger Feld. Hier fanden Forscher Überreste einer römischen Hofstelle mit einem Haupt- und zwei Nebengebäude aus dem letzten Viertel des 2. Jahrhunderts oder Anfang des 3. Jahrhunderts nach Christus. Mehr als 300 Besucher nahmen am Denkmaltag an insgesamt drei Führungen teil und zeigten sich von den Ausgrabungsergebnissen begeistert. Zu sehen waren Verfärbungen im Erdreich, Reste von Brunnen und einige Fundstücke, wie Ziegel, Keramik oder ein Mahlstein, die ausführliche Hinweise auf eine frühere Besiedlung geben konnten.

Auch der Lambertiturm öffnete seine Pforten zur Besichtigung. Gut 200 Besucher nutzten die Möglichkeit, sich die neue Geschichtsplatte – pünktlich zum Denkmaltag fertiggestellt – anzuschauen, danach die Treppenstufen bis zur Aussichtsplattform aufzusteigen und den herrlichen Blick über Breyell und ganz Nettetal zu genießen. Die Mitarbeiter des Feuerwehrmuseums zeigten sich mit der Resonanz ebenfalls zufrieden. Während des Denkmaltages schauten so viele Besucher wie sonst nur selten im kleinen und liebevoll ausgestatteten Museum vorbei.

Groß war auch das Interesse an den angebotenen Stadtführungen. Während der zwei Führungen entdeckten die Teilnehmer Breyell von einer etwas anderen Seite und erfuhren Dinge, die bei einem normalen Spaziergang durch den Stadtteil wohl im Verborgenen geblieben wären. Erfreut zeigten sich die Organisatoren, dass viele Gäste der Bitte der Stadt folgten und mit dem Rad anreisten. Parkplatzprobleme, beispielsweise an der Ausgrabungsstätte, traten somit erst gar nicht auf.

Spannend, für Besucher jedoch nicht mehr ersichtlich, entwickelten sich die weiteren Ausgrabungen im Nachgang an den Denkmaltag. Da nämlich fanden Archäologen die Reste eines weiteren Haupthauses sowie eines Nebengebäudes. Außerdem wurden Glas, ein Flaschenboden und Reste eines Trinkglases aus römischer Zeit gefunden. Neben diesen Funden stießen die Arbeiter auch auf feinere Keramik, einen Schleifstein und jede Menge Dachziegel. Damit jedoch noch nicht genug: Zu den weiteren Funden gehörte Keramik aus dem 12., 16. und 17. Jahrhundert – ein deutliches Zeichen, dass dieser Ort bereits über Jahrhunderte immer wieder besiedelt wurde. Unter den ausgegrabenen Scherben befindet sich auch eine sogenannte „Terra-Sigilata-Scherbe“, die seinerzeit zu einem Geschirr gehörte, dass in eine Tonmischung getaucht und dann gebacken wurde. So entstand die deutlich rötliche Färbung.

Die Ausgrabungen sind nun abgeschlossen, das Erdreich wieder komplett verfüllt. Weitere Untersuchungen werden im Gebiet, in dem zukünftig ein Gewerbegebiet geplant ist, nicht durchgeführt. Bei der Stadtverwaltung herrscht Freude über die Fundstücke: „Für uns ist das etwas ganz Besonderes. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass Teile der Fundstücke zukünftig im Rathaus ausgestellt werden“, erklärt Rainer Lankes vom NetteBetrieb. Einen Namensvorschlag haben er und seine Kollegen für das zu schaffende Gewerbegebiet ebenfalls bereits gefunden: „Wir denken, dass der Name „Am Römerhof“ sehr gut passen würde“.

Quelle: Stadt Nettetal
Fotos: Stadt Nettetal