Geschichte aus dem ZEN-Buddhismus – Wahre Fülle

Geschichte aus dem ZEN-Buddhismus - Wahre Fülle
Geschichte aus dem ZEN-Buddhismus - Wahre Fülle

Wahre Fülle ….

Ein reicher, einflussreicher und mächtiger Fürst im alten Japan hatte zwei Söhne. Im hohen Alter überlegte der Fürst, wem er seine Besitztümer vererben sollte.

Er gab jedem der Söhne zehntausend Goldstücke und stellte ihnen die Aufgabe, einen großen Tempel, der schlicht und leer war, mit Dingen zu füllen, die man mit Goldstücken erwerben konnte.

Nach einigen Wochen kam der älteste Sohn heim und sprach zu seinem Vater: Ich habe für die Goldstücke, die du mir gabst, die feinsten Textilien, die schönsten Schmuckstücke und die wertvollsten Holzarbeiten erworben. Diese stellte ich in den Tempel, der jetzt bis zum Dach gefüllt ist. Auf meinen Bruder bin ich gespannt!

Einige Tage später erreichte der zweite Sohn das heimatliche Schloss seines Vaters. Ich habe all die Goldstücke den Bedürftigen gegeben und erhielt von ihnen nur eine Kerze.

Anschließend ließ er den Tempel leeren und stellte nur die brennende Kerze in die Tempelhalle. Bei hereinbrechender Dunkelheit füllte diese Kerze den gesamten Raum mit Licht.

Du sollst mein Erbe sein …. sprach der Vater …. du zeigtest Mitgefühl, Barmherzigkeit und Nächstenliebe und …. deine Kerze füllt den gesamten Tempel mit Licht ….

Redakteur: Willi Heuvens
Foto: Willi Heuvens