Gedächtniskultur im Kleinen: Weitere Stolpersteine erinnern an Nazi-Opfer

Gedächtniskultur im Kleinen: Weitere Stolpersteine erinnern an Nazi-Opfer
Gedächtniskultur im Kleinen: Weitere Stolpersteine erinnern an Nazi-Opfer

Weitere Stolpersteine erinnern an Nazi-Opfer

Am 27. Mai 2013 wurden in Moers die ersten elf Stolpersteine zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus´ gelegt. 2014 und 2015 folgten insgesamt weitere 40. Die „Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Moers“ (GCJZ) und der Verein „Erinnern für die Zukunft“ (EfZ) haben die Verlegungen von noch einmal acht Steinen in der Mattheck, in Hochstraß und Meerbeck initiiert. Der Künstler Gunter Demnig hat die Arbeiten am Donnerstag, 25. August, selbst ausgeführt. Die goldglänzenden Steine, die in den Boden eingelassen wurden, erinnern alle an Menschen, die wegen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus ihr Leben verloren. Für Koordinator Bärbel Likar (EfZ) sind diese Aktionen eine „Gedächtniskultur im Kleinen“. Bürgermeister Christoph Fleischhauer rief auf, „nach vorne zu blicken, damit man sich nicht selbst Steine in den Weg legt.“

Opfer des Arbeiter-Widerstands

Ähnlich wie in den anderen Moerser Arbeiterbezirken, organisierte sich in der Mattheck nach der Machtübernahme der Nazis der Arbeiter-Widerstand. So wurden im Jahre 1943 der Bergmann Adolf Hänel und seine Ehefrau Margarete wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ verhaftet. Die Mutter von zwei Kindern starb 1945 im Alter von 41 Jahren im Frauen-KZ Ravensbrück. Ihr Mann wurde zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt und lebte ab Mai 1945 in der Mattheck. Ein ähnliches Schicksal widerfuhr Karl Rautenberg (Kirschenallee) und Adolf Ende (Weserstraße). Sie wurden, genau wie Hermann Brandenbusch, Georg Hirschmann, Max Langusch, David Lewkowicz und Hermann Schelinski (Mattheck), als Kommunisten verhaftet und wenig später getötet.

Weitere Steine im Oktober

Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule, der Geschwister-Scholl-Gesamtschule und des Mercator Berufskollegs haben die Veranstaltung am 25. August mit Vorträgen zu den Opfern begleitet. Tom Gerstenberger sorgte für den musikalischen Rahmen. Am 6. Oktober werden neun weitere Stolpersteine für jüdische Familien verlegt. Für ein „Euthanasie“-Opfer, ein getötetes behindertes Kind, folgt die Verlegung am 29. Oktober. Der Rat der Stadt Moers hatte der Verlegung von Stolpersteinen vor fünf Jahren zugestimmt. Mittlerweile gibt es über 56.000 Steine in Deutschland und in 19 weiteren europäischen Ländern.Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule gestalteten die Verlegung mit Texten und Gesang. (Foto: pst)
Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule gestalteten die Verlegung mit Texten und Gesang.

Quelle: Stadt Moers
Foto: pst
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