Fußball, Politik und Richard Wagner

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Fußball, Politik und Richard Wagner: Theater stellt neuen Spielplan vor
Fußball, Politik und Richard Wagner: Theater stellt neuen Spielplan vor

Fußball, Politik und Richard Wagner: Theater stellt neuen Spielplan vor

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Intendant Grosse setzt auf gesellschaftlichen Diskurs und lokale Verankerung

Ein roter Vorhang ziert den Titel des neuen Spielzeitheftes: Was geschieht, wenn dieser Vorhang sich öffnet, können die Besucher des Theaters Krefeld und Mönchengladbach ab September erleben. Generalintendant Michael Grosse und sein Team haben jetzt ihr Programm für die Spielzeit 2016/2017 vorgestellt. „Wir möchten damit auf der Höhe der Zeit sein“, erklärt Grosse. „Das bedeutet für uns zweierlei: Erstens die Reflektion der aktuellen politischen Diskussion. Und zweitens die Vertiefung regionaler Identitäten.“ Grosse sieht das Theater als „Ort des gesellschaftlichen Diskurses und der lokalen Verankerung“.

Eröffnet wird die Spielzeit in Krefeld am 17. September mit einer ungewöhnlichen Kombination im Musiktheater. Pietro Mascagnis Oper „Cavalleria rusticana“ wird gemeinsam mit Giacomo Puccinis „Gianni Schicci“ aufgeführt. Es folgen im Laufe des Herbstes „Katja Kabanova“ von Leos Janacek (15. Oktober) und die Operette „Frau Luna“ von Paul Lincke (29. Oktober). Am 14. Januar 2017 feiert Giuseppe Verdis „Ein Maskenball“ Premiere: Regisseur Andreas Baesler verlegt die historische Handlung ins Weiße Haus. Danach steht für die gesamte künstlerische Mannschaft ein wahrer Kraftakt an. „Wir gehen das Wagnis ‚Lohengrin‘ ein“, erklärt Operndirektor Andreas Wendholz. Mit dem Monumentalwerk von Richard Wagner wurde das Krefelder Stadttheater im Jahr 1952 eröffnet – am 15. April 2017 feiert es nun erneut Premiere. Die letzte Produktion der Spielzeit ist Michael Nymans Kammeroper „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“ (19. Mai). Sie handelt von der Erkrankung der visuellen Agnosie (Seelenblindheit). Fünf weitere Musiktheater-Premieren stehen in Mönchengladbach an: „Der Barbier von Sevilla“, „Marlene, Judy, Marilyn – Endstation Hollywood“, „Hänsel und Gretel“, „Der Konsul“ und „Orpheus und Eurydike“.

Im Schauspiel stehen in der kommenden Spielzeit 23 Produktionen auf dem Spielplan – laut Schauspieldirektor Matthias Gehrt ein Rekord. Bis Weihnachten feiern auf der großen Bühne die Komödie „Frau Müller muss weg“ von Lutz Hübner (24. September), der Klassiker „Schuld und Sühne“ von Fjodor M. Dostojewski unter Gehrts Regie (26. November) und die Musiker-Biografie „Rio Reiser – König von Deutschland“ (17. Dezember) Premiere. Am 3. Februar 2017 kommt mit dem Krefelder Christoph Roos ein alter Bekannter zurück, der inzwischen Oberspielleiter am Landestheater Tübingen ist: Er inszeniert das französische Drama „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ von Joel Pommerat. Am 10. Juni 2017 findet das Flüchtlingsstück „Kein schöner Land“, das am 28. Mai 2016 Premiere in Krefeld feiern wird, unter dem Arbeitstitel „Von Lampedusa bis Lüdenscheid“ eine Fortsetzung. In der Fabrik Heeder feiern 2016/17 die Stücke „Eine Schiffsladung Nelken für Hrant Dink“ (14. September), „Zeit der Kannibalen“ (15. Oktober) und „Cavalo de Santo – Das Pferd des Heiligen“ (17. Februar 2017) Premiere. Ein Höhepunkt in Mönchengladbach wird sicher die Fußball-Revue „Wir sind Borussia“, die dort die Spielzeit eröffnen und 2017/18 nach Krefeld kommen wird. Weitere Highlights in Mönchengladbach sind „Macbeth“, „Minna von Barnhelm“ und „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“, eine deutsche Erstaufführung des israelischen Schriftstellers und Dramatikers David Grossman.

Das Ballett unter der Leitung von Robert North wartet in Krefeld mit der Uraufführung „Eine Frau ohne Namen“ (2. Oktober) auf. Am 6. Mai 2017 folgt „Teufelskreis“ mit Musik von Richard Wagner bis Michael Jackson und von Jean Sibelius bis David Byrne. In Mönchengladbach kommen die Uraufführungen „Rhapsodie und Rhumba“ und „Sinfonie des Lebens“ heraus. Auch das dortige Weihnachtsmärchen „Pinocchio“ ist ein Ballett. Die Krefelder Kinder können sich ab 23. Oktober auf „Aladin und die Wunderlampe“ freuen.

Im Konzertwesen konnte Generalmusikdirektor Mihkel Kütson wieder sieben Sinfonie-, zwei Chor- und fünf Kinderkonzerte bekanntgeben. Die Theaterpädagogik bereitet zwei Premieren mit den Jugendclubs vor. In Krefeld gibt es erstmals eine Kooperation mit dem Theater de Garage in Venlo. Für diese besondere Uraufführung mit dem Titel „Haus und Herd“ (Premiere im Sommer 2017) hat Oberbürgermeister Frank Meyer die Schirmherrschaft übernommen.

Als Sonderveranstaltungen hob Theater-Marketingleiterin Saskia Fetten neben der Operngala (10. Dezember) und dem Theaterball (11. März 2017) vor allem die zweite Auflage der „Kino-Sinfonie“ auf der Krefelder Rennbahn hervor. Am 27. und 28. August werden 60 Orchestermusiker im SWK Open-Air-Kino den Stummfilm- Klassiker „Das Cabinet des Dr. Caligari“ live begleiten.

Der Vorverkauf für diese und weitere frei verkäufliche Veranstaltungen beginnt am 2. Mai. Zeitgleich soll die neue Homepage des Theaters online gehen. Ab diesem Tag ist auch das Spielzeitheft erhältlich. Da die Hefte im vergangenen Jahr schnell vergriffen waren, wurde die Auflage auf 40 000 Exemplare erhöht.

Bildunterschrift: Sie stellten gemeinsam das neue Spielzeitheft des Theaters vor (v.l.): Generalmusikdirektor Mihkel Kütson, Marketingleiterin Saskia Fetten, Schauspieldirektor Matthias Gehrt, Operndirektor Andreas Wendholz, Generalintendant Michael Grosse, Ballettdirektor Robert North und die Theaterpädagoginnen Silvia Behnke und Maren Gambusch.
Foto: Theater Krefeld und Mönchengladbach, Matthias Stutte

Quelle: Stadt Krefeld
Foto: Theater Krefeld und Mönchengladbach, Matthias Stutte