Freiwilliges Ökologisches Jahr im Umweltzentrum

Freiwilliges Ökologisches Jahr im Umweltzentrum
Teilnehmer Freiwilliges Ökologisches Jahr, neue FÖJler im Umweltzentrum am Talring, Hüls; V.lks. Chiara Reski, Marc Meerkamp, Leiter Volker Bahr, Joshua Schindler, Oliver Koch.

Freiwilliges Ökologisches Jahr im Umweltzentrum: Neue Bewerber gesucht

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Einrichtung bietet viele Einblicke in verschiedene Berufsfelder

Es flammt ein wenig Idealismus in den Worten der vier jungen Menschen, die aktuell beim Umweltzentrum im Hülser Bruch ein freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) absolvieren. Muss es auch, denn an dem monatlichen Taschengeld von 287 Euro bei normalen 39-Stunden-Wochen kann es nicht liegen, dass alle vier begeistert von ihrer Zeit im Dienste der Natur berichten. Das Umweltzentrum im äußersten Krefelder Norden sucht nun wieder vier Neue, die am 1. August ihre Arbeit beginnen. Bewerben können sich Interessierte über den Landschaftsverband Rheinland unter www.foej.lvr.de. Informationen erteilt Volker Bahr, Leiter des Umweltzentrums, unter der Rufnummer 02151 743646 oder per E-Mail info@krefelder-umweltzentrum.de. Generelle Infos, auch zum Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und zum Bundesfreiwilligendienst (BuFDi), gibt es auch unter 02151 861320.
„Aktuell sind wir von frühmorgens bis spätabends unterwegs und packen im Amphibienschutz mit an. Dafür stellen wir Straßensperren auf, spannen Zäune und kontrollieren Eimer, in denen wir die Amphibien sammeln“, schildert Chiara Reski eine der Aufgaben des Quartetts. Ein „normaler“ Arbeitstag beginnt um 7.30 Uhr und endet am Nachmittag, aber gerade wenn der Amphibienschutz ansteht, müssen auch schon einmal Überstunden gemacht werden.

Das Umweltzentrum versteht sich in erster Linie als Bildungseinrichtung, der Besuch von Schulklassen ist also Tagesgeschäft. Die FÖJ-ler bereiten den Unterricht vor und helfen den Lehrern, dass es den Kindern und Jugendlichen auf dem Gelände einer ehemaligen Betonfabrik gefällt. Für den ein oder anderen kristallisiert sich dabei schon ein möglicher Berufswunsch heraus – oder kehrt sich um. Bahr: „Wir hatten hier vor einigen Jahren eine junge Dame, die den festen Plan hatte, Grundschullehrerin zu werden. Die Arbeit mit den Schülern hat ihr jedoch gezeigt, dass es dann doch nicht das ist, was sie später machen möchte.“ Das FÖJ soll, wie auch die anderen freiwilligen Dienste, jungen Menschen unter anderem die Möglichkeit bieten, in ein Berufsfeld zu schauen. Egal, in welche Richtung es später geht, als verloren betrachten die wenigsten das Jahr.

Im Umweltzentrum stehen neben der Betreuung der Schulklassen die Geländeinstandhaltung, Artenschutz sowie Garten- und Pflegearbeiten an. Dabei kann es auch vorkommen, dass die FÖJ-ler in eines der Landschafts- oder Naturschutzgebiete in Krefeld fahren, um dort mit anzupacken. Auch einen Einsatz auf dem Krefelder Waldgut Schirmau in der Eifel hat es unter Anleitung von Christoph Uehlenbruck schon gegeben. Der Garten- und Landschaftsmeister führt die Freiwilligen, „sie sind in etwa so zu behandeln, wie Lehrlinge“, sagt er. Auch kuriose Einsätze gehören dazu, wie zum Beispiel der Transport von Charly, einem Graupapagei, in eine Vogelauffangstation bei Osnabrück. „Es war eine sehr amüsante Fahrt. Der Vogel hat die ganze Zeit geplappert. Dabei fielen auch einige Begriffe, die ich besser nicht wiederhole“, sagt Joshua Schindler. Auch wegen der Einsätze fernab des Umweltzentrums ist ein Auto-Führerschein ein Kriterium, auf das geachtet wird. „Ansonsten bieten wir auch Schnuppertage an, bei denen wir und der mögliche Bewerber schauen, ob es passen könnte“, so Bahr.

Fünf externe Wochen-Seminare stehen neben der täglichen Arbeit an. „Dabei geht es um Klimawandel und Umweltschutz, aber auch um Selbstständigkeit und berufliche Beratung“, erklärt Oliver Koch. Er möchte nach seinem FÖJ Richtung Forstwirtschaft gehen, für Marc Meerkamp hat sich sein Berufswunsch Garten- und Landschaftsbau verfestigt. Chiara Reski beginnt eine Ausbildung in der Mediothek und auch Joshua Schindler hat das FÖJ etwas gebracht. „Ich habe gemerkt, dass die Arbeit mit Kindern mir liegt, ich werde wohl Richtung soziale Arbeit oder Sozial-Pädagogok gehen.“ Und ein neues Hobby hat der 19-Jährige sowieso schon gefunden: Er lernte im Umweltzentrum den Umgang mit Honigbienen. „Wahnsinnig interessante Tiere“, weiß er nun.

Bildunterschrift: Die FÖJ-ler Chiara Reski, Marc Meerkamp, Volker Bahr (Leiter des Umweltzentrums), Joshua Schindler und Oliver Koch (von links).
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Foto: Stadt Krefeld