Januar, 2017

14Jan19:00Deutsch-Polnische Kunstausstellung im Südbahnhof in Krefeld

Veranstaltungsdetails

Deutsch-Polnische Kunstausstellung im Südbahnhof in Krefeld

Vier Künstler zeigen ab 14. Januar aktuelle Positionen in „Grenzgänger“

Zwei hellgrün, breit gestrichelte Linien ziehen sich quer durch zwei Bogenräume auf dem Boden des Südbahnhofs. Die Striche sollen an die aufgemalte Demarkationslinie auf den Straßen im Nachkriegs-Berlin erinnern. In den Biografien und in dem Schaffen von vier deutsch-polnischen Künstlern spielt die Ost-WestGrenze eine bedeutende Rolle. Sie arbeiten und leben dies- und jenseits der Oder. Dabei begegnen sie sich immer wieder in beiden Ländern, sie sind „Grenzgänger“. So lautet auch der Titel ihrer Ausstellung, die am Samstag, 14. Januar, um 19 Uhr im Südbahnhof an der Saumstraße eröffnet wird. Die seit 30 Jahren in Krefeld lebende, in Polen geborene Künstlerin Mauga Houba-Hausherr führt mit „Grenzgänger“ ein von ihr initiiertes, transnationales Ausstellungskonzept fort. Den Ausgangspunkt bildete 2014 eine Ausstellung einer deutsch-polnischen Künstlergruppe zum Thema „Heilige Anna“. Das Quartett zeigt nun aktuelle Positionen zu dem inzwischen auch in Europa wieder aktuellen Thema der Grenzen. Die Ausstellung wird vom Kulturbüro der Stadt Krefeld gefördert.

Mit einer Arbeit aus dem Jahr 2016 erinnert Jan Masa, Jahrgang 1950, an eine dramatische Episode vom Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Brücke von Remagen über den Rhein war noch nicht von der deutschen Wehrmacht gesprengt, als sich die US-Armee der Frontlinie am Strom näherte. Den Amerikanern gelang es, die intakte Querung nach heftigen Kämpfen einzunehmen. Die Brücke brach allerdings wenige Tage später durch die Folgen eines zuvor misslungenen Sprengversuchs der Deutschen dann doch noch in sich zusammen. Im rechtsrheinischen an die einstige Brücke anschließenden Tunnel werden heute Theaterstücke aufgeführt. Die historische und aktuelle Situation bewegte den Absolventen der Kunstakademie Danzig, sich diesen Ort eingehender anzuschauen. Als Ergebnis zeigt er im Südbahnhof nun seine Installation „[k]ein Dialog“ (2016). Zu sehen sind ein originales Kilometerschild aus dem Tunnel, zwei Fotografien sowie eine Stele mit mehreren Objekten. „Es ist eine Anti-Kriegsarbeit“, so Masa, der als freischaffender Künstler in Erkrath bei Düsseldorf arbeitet und lebt. „Konflikte, Streit und Krieg entstehen dort, wo kein Dialog stattfindet“, betont der Künstler.

Eine sehr persönliche Arbeit präsentiert Mauga Houba-Hausherr, Jahrgang 1963, an der Saumstraße. Die Diplom-Designerin an der Hochschule Niederrhein hat sich als Motiv für mittelgroßformatige Tuschebilder leere Stühle ihrer Mutter und Großmutter ausgewählt. „Die Schatten sehen aber so aus, als ob eine Person auf dem Stuhl sitzt“, sagt Houba-Hausherr. Es stellen sich die Fragen, wo die Menschen hin sind, die dort gerade nach saßen. Wer setzt sich eventuell an ihrer Stelle dorthin? „Meine Stühle stehen zwischen den Grenzen und laden als Orte der Erinnerung und Vorschau zugleich zur Rast vor dem nächsten Grenzgang ein“, schreibt die Künstlerin im Katalog.

Zur Vernissage am Samstag, 14. Januar, um 19 Uhr werden auch die beiden in Polen lebenden und an der Ausstellung beteiligten Künstler Damian Pietrek, Jahrgang 1975, und Jola Golenia-Mikusz, Jahrgang 1962, sowie der Konsul der Republik Polen, Andrzej Dudzinski, erwartet. Die Ausstellung (bis 29. Januar) kann dienstags bis freitags von 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung besichtigt werden. Ein „Kamingespräch“ findet am Dienstag, 24. Januar, um 19 Uhr statt.

Quelle: Stadt Krefeld
Foto: Stadt Krefeld

Zeit

(Samstag) 19:00 Uhr

Ort

Kulturzentrum-Krefeld

Saumstraße 9, 47805 Krefeld

Veranstalter

Kulturbüro-Krefeld Ansprechpartner: Juergen Eichendorf, Telefon: 0 21 51 / 5836-15, E-Mail:j.eichendorf@krefeld.de, Zimmer 22 Friedrich-Ebert-Str. 42 47799 Krefeld

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