Ehrenamtlich: „Wenn aus Kleinigkeiten große Dinge wachsen“

Ehrenamtlich: „Wenn aus Kleinigkeiten große Dinge wachsen
Ehrenamtliches Engagement: „Wenn aus Kleinigkeiten große Dinge wachsen"

Ehrenamtlich: „Wenn aus Kleinigkeiten große Dinge wachsen“

Die vier Preisträger sind sehr unterschiedlich, doch sie eint der gleiche Gedanke: Gutes tun, anderen helfen, Krefeld ein Stück besser machen. Claudia Wichmann, Sascha Yildiz und die Geschwister Katharina und Marcus Thome haben dafür am Dienstag den Preis für Bürgerschaftliche Selbsthilfe erhalten. In seiner Rede betonte Oberbürgermeister Frank Meyer die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für die Stadt – im Großen wie im Kleinen. „Häufig ist es nicht die große idealistische Idee oder gar der Traum von einer besseren Welt, der Menschen antreibt, sich für eine Sache einzusetzen“, sagte Meyer. „Viel öfter entsteht Hilfe aus einem Impuls heraus, vielleicht sogar vermischt mit einer Prise Zufall: Wir tun Gutes, weil wir erkennen, dass Not am Mann ist, dass unsere Unterstützung ganz konkret gebraucht wird.“ Am Ende könnten aus vermeintlichen Kleinigkeiten „große Dinge wachsen“, erklärte der Oberbürgermeister. „Das ist wie bei einem Puzzle: Wenn es in jedem Viertel, an jeder Ecke Menschen gibt, die sich für andere einsetzen, dann entsteht am Ende das Bild einer aktiven und hilfsbereiten Stadt.“
Oberbürgermeister Frank Meyer (Mitte) hat am Dienstag den Preis für Bürgerschaftliche
Selbsthilfe verliehen. Die diesjährigen Preisträger sind Claudia Wichmann (Zweite von rechts),
Sascha Yildiz (Zweiter von links) und die Geschwister Katharina und Marcus Thome.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof

Die Preisträgerin Claudia Wichmann trägt gleich mehrere Teile zu diesem Puzzle bei. Sie ist als Notfallseelsorgerin tätig und setzt sich im Landespräventionsprojekt „Crash-Kurs NRW“ der Polizei ein. Darüber hinaus erfolgte auf ihre Initiative in diesem Jahr die Gründung der Stadtschulpflegschaft Krefeld, deren Vorsitz sie übernahm. Des Weiteren ist Wichmann die Vorsitzende der Schulpflegschaft der Gesamtschule Kaiserplatz, wo sie sich auch als Leserechtschreibtrainerin mehrmals wöchentlich engagiert. Für die Mediothek stand sie als Lesepatin im Kinderhaus zur Verfügung. Ferner ist sie als Fachübungsleiterin für Psyche im Behindertensportverband tätig. „Der Impuls zu helfen und sich für andere einzusetzen, scheint bei Ihnen so stark zu sein, dass er sie immer wieder aufs Neue zu guten Taten treibt“, sagte Frank Meyer. Er überreichte Claudia Wichmann eine Urkunde und einen Scheck über 1000 Euro.

Den gleichen Betrag samt Urkunde erhielt Sascha Yildiz, der seit 20 Jahren bei „Spiel ohne Ranzen“ im Stadtwald mithilft. Nachdem er als Schüler selbst an dem Sommerspielplatz teilgenommen hatte, begann er danach, sich ehrenamtlich für das Projekt zu engagieren. Dafür nimmt Yildiz sogar jeden Sommer extra Urlaub. Dabei steht er nie in erster Reihe, er ist der unauffällige Helfer im Hintergrund, der zum Beispiel Getränkekisten schleppt und die Spülmaschine bedient. „Er packt im wahrsten Sinne des Wortes an und springt überall dort ein, wo es brennt“, fasste der Oberbürgermeister zusammen. „Und wenn die Durchsage kommt ‚Sascha, bitte mal zum grünen Bauwagen!‘, dann kann man sicher sein, dass er wenige Momente später dort auftaucht, um zu helfen.“ Sascha Yildiz sei über die Jahre zu einer Institution auf der Stadtwaldwiese geworden: „Sie sind der, über den am Ende alle sagen: ‚Ohne ihn hätte es nicht geklappt“.

Eine weitere Urkunde mitsamt 500 Euro Preisgeld ging an die Geschwister Katharina und Marcus Thome, mit 13 und 15 Jahren die jüngsten Preisträger aller Zeiten. Die beiden Schüler des Maria-Sibylla-Merian-Gymnasiums haben für den Wettbewerb „Jugend forscht“ eine eigene Methode entwickelt, die Wasserqualität in Tümpeln, Teichen und Seen zu testen. Sowohl im Sollbrüggenpark als auch an der Linner Burg stellten sie auf diese Weise gravierende Mängel fest. Ihre Ergebnisse präsentierten sie der Politik und machten Vorschläge, wie sich die Wasserqualität verbessern lässt. „Ihr seid eine Art selbsternannte Umweltschutz-Patrouille“, lobte Frank Meyer. „Ich finde es sehr beeindruckend, mit welcher Kreativität und wissenschaftlichen Ernsthaftigkeit ihr euer Projekt betreibt – und vor allem finde ich es großartig, dass ihr euch nicht mit den reinen Ergebnissen zufrieden gebt, sondern versucht, die Situation vor Ort zu verbessern.“

Der Preis für Bürgerschaftliche Selbsthilfe wird jährlich durch den Stadtrat vergeben. Eine fachkundige Jury schlägt die Preisträger vor. Dabei kann es sich sowohl um Personen als auch um Institutionen handeln. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 2500 Euro dotiert.

Quelle: Stadt Krefeld
Foto: Stadt Krefeld