Vier Fragen an Frau Dr. Hedwig Meyer-Wilmes (Bündnis 90/Grüne) in Kleve

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Vier Fragen an Frau Dr. Hedwig Meyer-Wilmes (Bündnis 90/Grüne) in Kleve
Vier Fragen an Frau Dr. Hedwig Meyer-Wilmes (Bündnis 90/Grüne) in Kleve

Vier Fragen an Frau Dr. Hedwig Meyer-Wilmes (Bündnis 90/Grüne) in Kleve

Frau Dr. Meyer-Wilmes ist stellvertretende Vorsitzende und Pressesprecherin der BündnisGrünen in der Kreisstadt Kleve und darüber hinaus eine engagierte Kommunalpolitikerin ihrer Fraktion in Stadtrat, dort als Vorsitzende ihrer Fraktion.
Die Theologin kennt viele Regionen dieser Welt, gilt als tolerant, weltoffen und hat einen ausgeprägten Sinn für gerechte Politik, nicht nur auf der kommunalen Ebene.

Frau Dr. Meyer-Wilmes war gerne bereit, sich meinen vier Fragen zu stellen.

1. Wo liegen im Stadtparlament der Kreisstadt Kleve die größten Schnittstellen und die erkennbar größten Unterschiede zwischen den BündnisGrünen und der CDU?

Dr. Hedwig Meyer-Wilmes

Bündnis 90/Die Grünen sind mit einem Kooperationsvertrag für diese
Legislatur-Periode in die Zusammenarbeit gegangen, d.h. beide Seiten
haben von Anfang an gewusst, auf was sie sich inhaltlich einzustellen
haben. Was die Mehrheiten im Klever Stadtrat betrifft, gibt es zu dieser
Zusammenarbeit keine Alternative. Die Gemeinsamkeiten ergeben sich aus
gemeinsamer Abstimmung und vielen Gesprächen. Auch sollte man nicht
vergessen, dass Kommunalpolitik von den Themen her, bis auf
Verkehrsfragen, Stadtplanung und Radfahrwegekonzept wenig
parteipolitisches Unterfutter haben. Das zeigt sich auch daran, dass die
meisten Abstimmungen einstimmig sind. Das Profil holen wir uns als
kleine Fraktion über einen hohen Aufwand an Sacharbeit und Abstimmung
mit den Betroffenen.

2. Bürgerbeteiligung – Bürgernähe – wo liegen hier in Kleve noch brachliegende Felder?

Dr. Hedwig Meyer-Wilmes

Bürgerbeteiligung ist etwas anderes als Populismus. Um genau den zu
vermeiden, bedarf es mehr an Diskussion in den Fachausschüssen und nicht
nur an Abstimmung innerhalb der Fraktionen. Brachliegende Felder sind
die Interventionsmöglichkeiten von BürgerInnen, diese haben oft das
Gefühl vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Interessanterweise
werden die Bürgersprechstunden der Parteien und der Ausschuss für
Bürgeranträge kaum genutzt. Besonders aktiv werden BürgerInnen in Kleve,
wenn es um Stadtplanung und Schule geht und das zeigt, dass sie Kleve
als ihre Stadt betrachten.

3. Bebauung Minoritenplatz – welche Form der Bebauung dieses zentralen Platzes in der Unterstadt, der auch ein Aushängeschild von Kleve ist, bevorzugen Sie und die BündnisGrünen?

Dr. Hedwig Meyer-Wilmes

Meine Partei hat sich, seit ich im Stadtrat bin, immer für eine
Wohnbebauung in Kombination mit einer öffentlichen Nutzung z.B. der
Stadtbücherei an dieser zentralen Stelle Kleves eingesetzt. Auch möchten
wir hier ein architektonisches Highlight haben, so habe ich auch den
Vorschlag für ein Hunderwasserhaus verstanden. Die Pläne von Hülsmann
und Thieme, nämlich eine Wohnbebauung mit hochwertigen Materialien und
vielen Innenhöfen haben uns bisher am meisten überzeugt. Wir hoffen,
nachdem wir in der Politik gemeinsame Eckpunkte für eine Bebauung an
dieser Stelle entwickelt haben, dass eine Entscheidung über die Art der
Bebauung nicht auf den St. Nimmerleins-Tag verschoben wird.

4. Kleve – eine Kreisstadt im Grünen inmitten der Natur …. wo liegt hier noch (dringender) Handlungsbedarf?

Dr. Hedwig Meyer-Wilmes

Kleve ist durch seine wunderschönen historischen Parks gekennzeichnet
und durch eine ländliche Umgebung. Die Gesetzgebung zur
Innenstadtverdichtung führt oft dazu, dass der Grünbestand weicht. Auch
sind die vom Bund geförderten Massnahmen dadurch gekennzeichnet, dass
man die Neigung hat, alte Baumbestände zu fällen und Parkraum
zuzupflastern. Wir finden diese Entwicklung schädlich für das
ökologische Gleichgewicht und versuchen, diese Art der Bau- und
Stadtplanungspolitik zu verhindern. Ein anderes Problem liegt darin,
dass die meisten Menschen ihre Häuser nicht mehr selber bauen und auf
Gärten verzichten. Auch das wirkt sich auf das Stadtbild aus.

Ich wünsche Frau Dr. Meyer-Wilmes viel Erfolg bei ihren politischen Vorhaben sowie Kraft und Gesundheit für ihre Arbeit als verantwortliche Mandatsträgerin und darüber hinaus in ihrem privaten Leben außerhalb der Politik.

Redakteur: Willi Heuvens
Foto: Dr. Hedwig Meyer-Wilmes