Pyrenäen-Berghunde besuchen den Rittersitz Haus Horst in Kalkar

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Herrschaftliche Pyrenäen-Berghunde besuchen den fürstlichen Rittersitz Haus Horst in Kalkar
Herrschaftliche Pyrenäen-Berghunde besuchen den fürstlichen Rittersitz Haus Horst in Kalkar

Herrschaftliche Pyrenäen-Berghunde besuchen den fürstlichen Rittersitz Haus Horst in Kalkar

Haus Horst, ein herrschaftlicher Rittersitz aus dem 12. Jahrhundert, vor den Toren der historischen Hansestadt Kalkar gelegen, war heute Gastgeber ebenfalls herrschaftlicher Hunde. Die Pyrenäen-Berghunde der Hundeexpertin Jutta Landers und ihres Ehemannes waren heute Gäste im großen Wildpark dieser geschichtsträchtigen Burganlage und anschließend fachkundige Gesprächs- und Diskussionspartner am Kamin des Rittersaales dieser bekannten und geschätzten Seniorenresidenz, die oft mit Bestnoten ausgezeichnet wurde und wird.

Eine Augenweide bot sich den Besuchern, Bewohnern und Gästen von Haus Horst, als sich diese imposanten, intelligenten und stolzen Hunde durch den Park, vorbei an Burggraben und kleinen Seen, über Brücken und vorbei an Wasserfall und mittelalterlichem Wasserspiel unter mächtigen Baumbeständen bewegten.

Diese Hunde haben zahlreiche Ausstellungserfolge errungen und sind bereits
als Jugend- bzw. Deutscher Champion ausgezeichnet.

Jutta Landers übergab mir als Hundeexpertin ein hochinteressantes Statement von ihr über die so stattliche Hunderasse:

Der Pyrenäen-Berghund ist eine sehr „alte“ Rasse und seit undenklichen Zeiten in den Pyrenäen ansässig. Bereits im Mittelalter war er bekannt und wurde zur Bewachung der Schlösser verwendet, sein Vorkommen wurde schon im 14. Jahrhundert dokumentiert.

Im 17. Jahrhundert fand er als Gesellschaftshund seinen Platz, auch am Hof Ludwigs des XIV war dieser imposante Vertreter anzutreffen. Die erste ausführliche Beschreibung findet sich im Buch des Grafen von Bylandt aus dem Jahre 1897. Der offizielle Standard der Rasse wurde 1923 bei der SCC (Société Centrale Canine de France) eintragen. Der heutige Standard kommt diesem immer noch sehr nahe.

Die ersten Pyrenäenberghunde in Deutschland wurden 1937 vom Fürsten Günter von Schönburg-Waldenburg in Sachsen gezüchtet. Da der Pyrenäe seinerzeit ausschließlich zum Schutz der Herden gegen Angriffe durch Raubtiere verwendet wurde, beruhte seine Zuchtauswahl auf seiner Eignung als Wächter, auf seinem achtunggebietenden Auftreten und auch auf seiner Beziehung zu seiner Herde. Die sich hieraus ergebenden Eigenschaften sind Kraft und Wendigkeit sowie Sanftmut und Bindung an seine Schützlinge und haben sich bewährt.

Dieser Schutzhund hat einen Hang zur Unabhängig-keit und Eigeninitiative, der von seinem Herrn eine gewisse Autorität erfordert. Allerdings ist er niemals mit Härte und Gewalt sondern mit liebevoller Geduld und Konsequenz zu erziehen.

Der Pyrenäenberghund ist ein mutiger Wächter, das ist ihm angeboren und diese Eigenschaft hat er bis heute beibehalten. Trotz seiner Größe und Mächtigkeit ist er behände und ausdauernd, er liebt und braucht Bewegung. Um ihn artgerecht halten zu können, benötigt er ein eigenes Revier, das er bewachen und schützen kann. Er braucht Platz, am besten ist ein Haus mit eingezäuntem Garten. Man muss beachten, dass Wachen immer auch mit Bellen verbunden ist, was bei zu enger Nachbarschaft und regem Verkehr zu Problemen führen kann.

Genauso wichtig ist der Anschluss an seine Familie. Der Pyrenäen-Berghund wird zu Recht der „sanfte Riese“ genannt. Kinder liebt er besonders, er ist ein unendlich geduldiger Geselle. Seine Ruhe und Sanftheit machen ihn zu einem wunderbaren Freund und Begleithund.

Er ist ein stolzer, selbständiger und intelligenter Hund, der vor allem im Welpen- und Junghundalter durch viel Zuwendung, Spiel, Spaß und Konsequenz zu einem guten Begleiter herangezogen werden kann. Seinen liebenswerten Dickkopf kann man nicht mit Zwang regieren, er folgt aus Zuneigung. Bei Gefahr jedoch kommen Kraft und Mut zum Vorschein. Er kann Situationen instinktiv richtig einschätzen und verhält sich dank seiner hohen Reizschwelle ruhig beobachtend, solange keine Gefahr droht.

„In den letzten Jahren erfreut sich dieser Hund einer steten Zunahme seiner „Anhängerschaft“. Auch in Deutschland kommt er immer häufiger als Beschützer von Schafherden zum Einsatz. Seine Liebhaber hat er ebenfalls längst als sozialer Begleiter im Familienverbund gefunden. Wer den Pyrenäenberghund kennt, liebt ihn nicht nur aufgrund seines schönen Aussehens sondern vor allem wegen seiner gelassenen Präsens und nicht zuletzt auch wegen seines Dickkopfs. Hier hat man einen Kandidaten, der, wenn er gehorsam ist, in jedem Fall die Geschwindigkeit in welcher er dann folgt, selbst bestimmt. Menschen, die hier sofortigen Gehorsam wie bei einem typischen Gebrauchshund suchen, tun dies vergeblich.“ sagt Jutta Landers, Züchterin aus Rees-Millingen dieser imposanten Rasse.

„Dieser Hund ist nicht für jeden geeignet, einer Kaufentscheidung nur aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes ist generell abzuraten. Aus diesem Grunde begrüßen wir es immer wieder, wenn sich Interessenten dieser Rasse bei uns vor Ort ausführlich informieren und die Hunde live erleben möchten. Als Züchter haben wir uns unter anderem die Verpflichtung auferlegt, zukünftige Besitzer auch nach dem Kauf weiter zu betreuen und mit Rat und Tat zu unterstützen. Schließlich ist uns sehr daran gelegen, dass die Hunde glücklich in ihrem neuen zuhause sind und auch die neuen Familien glücklich und zufrieden mit der neuen Hund-Mensch-Beziehung sind.“ führt Jutta Landers weiter an.

http://www.pyrenaeenberghunde-vom-edlen-weiss.de/
Jutta Landers
Pyrenäenberghunde vom edlen Weiß aus Rees-Millingen

Wir danken den Eheleuten Landers für ihren Besuch und für die optimalen Erklärungen und Erläuterungen zur Thematik „Pyrenäen-Berghunde“. Diese Hundeexperten blieben keine Antwort schuldig und begeisterten mit ihren Kenntnissen. Auf einen erneuten Besuch im sommerlichen Park freuen wir uns bereits heute.

Redakteur: Willi Heuvens
Foto: Willi Heuvens